Der Tango mit der 12.000-Punkte-Marke

Vor, zurück – fehlt nur noch der passende 4/8-Takt, so wie der DAX um die 12.000er-Marke tanzt.

Während ich diese Zeilen schreibe, steht der DAX bei exakt 12.000,25 Punkten.

Für Sie als Anleger ist die aktuelle Börsenphase sicherlich nicht ganz so einfach einzuschätzen, wenn selbst die Analysten-Kollegen jeden Tag 180-Grad-Wendungen hinlegen.

Heute Mittag, vor dem Jobbericht aus den USA, stand der DAX beispielsweise „klar über 12.000 Punkten“. Damit beschrieb der Autor die 12.060-Punkte-Situation gegen 13 Uhr.

Dann kamen endlich die erwarteten Daten – und siehe da: Der Arbeitsmarkt hat sich überraschend stark verbessert; das Ergebnis von deutlich mehr als den vermuteten neu geschaffenen Stellen.

Vibrationen im DAX

Doch als Antwort auf die positiven Zahlen aus den USA, fiel der DAX in kurzer Zeit wieder unter die 12.000 Punkte, auf 11.976 im Tief. Dieses Hin und Her nimmt allmählich interessante Ausmaße an.

Wir erinnern uns: Am 22. Februar 2017 stieg der DAX erstmals wieder über 12.000 Punkte – allerdings nicht auf Tagesschluss.

Das schaffte er erst am 1. März und die 2 darauffolgenden Tage, gefolgt von 4 Tagen mit Abschluss unter der Marke. Eine klare Richtung ist derzeit nicht zu garantieren.

Ob hoch oder herunter – beide Szenarien sind möglich, wobei der lange Kampf mit der 12.000-Punkte-Marke viele Markteilnehmer auf weiter steigende Kurse tippen lässt.

So ganz sicher sind sich die meisten dabei allerdings doch nicht. Denn sonst läge dieser Bereich längst hinter uns. Diese repräsentative Unsicherheit sollten Sie als Anleger lernen aus den Charts zu lesen.

Denn, wenn es keine klaren Signale gibt, sollten Sie in diesen Markt-Phasen lieber an der Seitenlinie stehen und sich das Spiel als Zuschauer betrachten.

50:50-Chance

Ohne schlagende Argumente jetzt in den Markt zu gehen, wird sich langfristig als Münzwurf mit leicht negativem Erwartungswert entpuppen.

Ob Sie jetzt der Meinung sind, dass wir bald die 13.000 Punkte erreichen oder eher wieder auf 11.000 fallen – es ist beides möglich und ungewiss.

Selbst wenn es theoretisch eine 50-%-Chance wäre hier richtig zu liegen: Denken Sie an die Gebühren, die Sie für jeden Trade zahlen müssen!

So etwas kann langfristig nicht profitabel sein, und damit machen Sie nur Ihren Broker reich.

Selbst extrem profitable Börsendienste, wie beispielsweise die beiden von Michael Sturm, finden nicht jedesmal eine lukrative Handels-Idee.

Auf Kraft zu traden, nur um des Tradens willen, kann kaum eine gute Idee sein. Deshalb nutzen Sie diese Zeit als Anleger um durchzuatmen!

Und schmunzeln Sie vielleicht über die ein oder andere Börsen-Nachricht, die wieder einmal viel Lärm um nichts macht.

Ganze 39x – ich habe eigenhändig nachgezählt – ist der DAX im März allein im 15-Minuten-Chart durch die Marke von 12.000 Punkten gewandert.

Sollte es dazu jedes Mal eine Nachricht geben; v. a., welchen Nutzen hätte das für Sie als Investor?

Der Vorteil von Optionen

Deshalb sind wir auch so große Fans von Optionen. Mit geschickt ausgewählten Kontrakten verdienen wir an Unterschieden im Zeitwert.

Da können uns sogar über derartige Seitwärts-Phasen freuen, weil gleichzeitig das Depot ansteigt, während der Markt auf der Stelle tanzt.

10. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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