Der Vergleich: Aktive Fonds versus passive Fonds

Aktive Fonds oder passive Fonds (ETFs): Beide Fonds-Varianten haben Vor- und Nachteile. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Zu Beginn dieser Woche habe ich hier an dieser Stelle über Sparpläne geschrieben. Anlässlich dieses Beitrags haben mich einige Schlussgong-Leser gefragt, ob sie dabei lieber auf aktive oder auf passive Fonds (ETFs) setzen sollten. Meine Antwort: Weder die eine noch die andere Variante ist pauschal besser.

Ich möchte heute und in der kommenden Woche hier im Schlussgong für Sie aktive und passive Fonds miteinander vergleichen und Ihnen somit eine praktische Entscheidungshilfe geben.

So funktionieren Investmentfonds

Eine Investmentgesellschaft (Fachbegriff: Kapitalanlagegesellschaft;  kurz KAG) sammelt das Geld der Anleger, bündelt es in einem Sondervermögen, dem Investmentfonds, und investiert es in einen Anlagebereich (z.B. Aktienfonds) oder in mehrere Anlagebereiche (wie z.B. Mischfonds).

Die Tatsache, dass es sich um ein sogenanntes Sondervermögen handelt, schützt Sie rechtlich selbst im Falle einer Insolvenz Ihrer Depot-Bank oder der Fondsgesellschaft vor dem Verlust Ihres Geldes.

Die Fondsanteile können Sie börsentäglich handeln. Das Geld im Fonds wird nach festgelegten Anlageprinzipien zum Beispiel in Aktien, Anleihen, am Geldmarkt oder in Immobilien angelegt.

Wichtig: Die Fonds müssen den Grundsatz der Risikomischung beachten. Dies bedeutet für Sie eine relativ hohe Sicherheit. Denn es darf nicht das gesamte Fondsvermögen in nur eine Aktie oder nur eine Immobilie investiert werden. Soweit die Grundlagen zum Thema Investmentfonds. Konzentrieren wir uns jetzt auf die passiven Fonds.

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So funktionieren Indexfonds (ETFs)

Indexfonds sind Investmentfonds, die einen bestimmten, repräsentativen Index (z. B. den DAX) möglichst exakt nachbilden. Um das zu erreichen, investieren die Fonds zum Beispiel in die dem Index zugrunde liegenden Einzel-Aktien im gleichen Verhältnis wie der Index.

Wie exakt die Nachbildung der zugrunde liegenden Vergleichsgruppe erfolgt, wird mit dem sogenannten Tracking Error angegeben. Je niedriger diese Zahl ist, um so ähnlicher verläuft die Wertentwicklung des Fonds zu der des entsprechenden Referenzindex.

Vor- und Nachteile von Indexfonds

Im Gegensatz zu Indexfonds versucht in einem aktiv gemanagtem Fonds der Fondsmanager durch eine besondere Titelselektion, die Performance eines Indizes zu übertreffen. Einige wissenschaftlicher Studien belegen jedoch, dass teilweise mehr als 90% der aktiv gemanagten Fonds ihren Vergleichsindex nicht regelmäßig schlagen können.

Diese Resultate stellen die Grundidee aktiv gemanagter Fonds infrage und lassen passive Investments überlegen erscheinen. Allerdings sind diese Resultate nicht unumstritten. Je nach Marktphase und Anlagebiet gibt es auch Studien, die aktiv geführte Fonds besser bewerten.

Dadurch, dass bei den passiv gemanagten Fonds kein aktives Management notwendig ist, sind die Managementgebühren der Indexfonds deutlich niedriger als die von aktiv gemanagten Fonds. Achtung: Durch diese für den Investor günstigere Kostenstruktur haben Banken oft kein großes Interesse an dem aktiven Vertrieb dieser Produkte. Wenn Sie ETFs kaufen wollen, müssen Sie zum Teil etwas Druck auf Ihre Bankberater ausüben.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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