Der verkannte Milliardenmarkt der Nerds

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Computerspiele haben sich zu einem Millardenmarkt entwickelt. Electronic Arts und Activision Blizzard sind hier die Platzhirsche. (Foto: Casimiro PT)

Wer mit Computerspielen nur ein paar Nerds in verstaubten Kellerräumen verbindet, hat die vergangenen Jahre verschlafen. Daddeln ist schon längst salonfähig geworden und in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Es ist ein neuer Milliardenmarkt. Mit E-Sports-Events lassen sich große Stadien füllen. Im Internet werden die Spieler wie berühmte Popstars gefeiert.

Schon jetzt gibt es bei professionellen E-Sports-Events Zuschauerquoten, die mit dem amerikanischen Baseball vergleichbar sind. Anders als bei den traditionellen Sportarten werden bei den E-Sports-Events aber noch deutlich weniger Werbeeinnahmen generiert. Doch das ändert sich. Gewinner werden vor allem die großen Spieleanbieter sein, die es geschafft haben, ein turnierfähiges Spiel am Markt zu platzieren, das dauerhaft eine breite Fangemeinschaft hinter sich vereint.

Electronic Arts und Activision Blizzard sind hier die Platzhirsche. Beide Konzerne verfügen über Computerspiele, die seit Jahren die Bestsellerlisten anführen und sich kompetitiv in Turniermodi bespielen lassen. Dabei kommen sich die beiden Konzerne kaum in die Quere, denn die Spiele sprechen ganz unterschiedliche Zielgruppen an.

Während Electronic Arts vor allem mit dem Fußballklassiker FIFA seine Fangemeinschaft begeistert, sind es bei Blizzard vor allem World of Warcraft, Diablo und Overwatch – also zwei Rollenspiele und ein Ego-Shooter. Beide Konzerne überzeugen mit starken Bilanzen, planbaren Zahlungsströmen dank Abonnement-Modellen und guten Wachstumsaussichten.

Microsoft und Adobe verdienen mit dem Abonnement-Modell Millarden

Noch besser sieht es nur bei Microsoft und Adobe aus. Beide Software-Riesen haben vor Jahren vom Verkauf von einzelnen Datenträgern auf ein webbasiertes Abonnement-Modell umgestellt. So werden jedes Jahr planbare Zahlungsflüsse generiert, und die Kündigungsquoten sind besonders gering. Nutzer, die sich einmal für die Microsoft-Office-Welt oder Adobe Photoshop entschieden haben, steigen später nicht wieder um. Das zeigt sich auch an den Zahlen.

Microsoft hat meine Erwartungen im 1. Quartal wieder einmal übertroffen. Der Umsatz stieg um 13,7% auf 33 Mrd. $. Auf allen Absatzmärkten und in allen Segmenten erhöhte sich der Umsatz deutlich. Die Azure-Cloud fiel erneut sehr positiv auf. Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn um 21% auf 10,7 Mrd. $. Bei Adobe sah es noch besser aus. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 um fast ein Viertel auf rund 11,2 Mrd. $. Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn um 13,9% auf knapp 3 Mrd. $.

Kundenbindung immer wichtiger

Wenn es um das Thema Kundenbindung im digitalen Bereich geht, müssen sich SAP und Intuit nicht verstecken. Beide Konzerne haben ihre Softwareanwendungen so ausgerichtet, dass sie über Jahre oder sogar Jahrzehnte genutzt werden sollen. Besonders überzeugt hat mich Intuit, die dem Thema Steuern und Finanzen mit verschiedenen Software-Lösungen entgegentreten.

Zielgruppen sind kleine und mittlere Unternehmen, aber auch Selbstständige und Private. Der Umsatz stieg bei den einzelnen Programmen um über 20%. Die operative Marge liegt bei den einzelnen Produkten jeweils um die 40%. Ein Ende der Erfolgsgeschichte ist nicht in Sicht.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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