Der wahre Sachwert Bechtle: IT-Dienstleister mit Potenzial

Bechte heißt der „wahre Sachwert“, mit dem wir diese Woche eröffnen.

Angesichts der Finanzkrise sowie der Zuspitzung in der Eurozone werden wir öfter Aktien empfehlen, die Ihnen lange als Schutz im Depot helfen können.

Dabei konzentrieren wir uns auf die Unternehmen, die eine sehr substanzstarke Bilanz vorweisen und wenig Schulden haben. Schulden sind in einer Inflation zwar nicht das schlechteste Rezept, besser sind jedoch gleich hohe Gewinne – wie bei Bechtle.

IT-Dienstleister für den Mittelstand

Zum Unternehmen selbst berichten wir hier kaum – das Geschäftsmodell ist recht übersichtlich. Bechtle produziert IT-Dienstleistungen für den deutschen Mittelstand. Zu den Kunden zählt allerdings ebenso der Staat, für den Bechtle sogar den Bestell-Prozess vereinfacht hat – wie Sie auf der Webseite des Unternehmens nachlesen können.

Interessanter als dieses Geschäftsmodell sind die Zahlen, die wir uns für Sie genau angesehen haben. Bechtle arbeitet recht unrentabel. Dies ist die schlechte Nachricht, die wir für Sie parat haben. Unrentabel heißt hier, dass der Anteil des Gewinns an den Erlösen gering ist.

Die „Ebit“-Marge, die den Umsatz vor Steuern und Zinsen misst sowie die „Ebitda“-Marge, die sogar noch Abschreibungen berücksichtigt, sind gering. Die Ebitda-Marge etwa liegt bei 4,3%.

Dieser Wert entspricht dem, was Bechtle schon vor 10 Jahren schaffte. Dank steigender Umsätze aber sprang der Gewinn pro Aktie in den vergangenen zehn Jahren von 0,45 € auf 3,08 €, versiebenfachte sich also fast. Der Aktienkurs aber stieg nur um das 4,4fache. Von dieser Warte aus beleuchtet ist Bechtle einen Einstieg wert.

Schulden sehr niedrig

Besonders lukrativ ist der Wert als Sachinvestition deshalb, weil Bechtle kaum Schulden hat. Die bilanziell erfassten liquiden Mittel sowie die Geldanlagen des Unternehmens waren höher als die Schulden.

Konkret übersteigt die Summe der liquiden Mittel laut der jüngsten Bilanz die Verbindlichkeiten um 82 Millionen Euro. Das Ganze bewerten Sie bitte vor dem Hintergrund eines Umsatzes in Höhe von 1,7 Milliarden Euro.

Insofern sind diese „Nettoschulden-Gewinne“ ein hoher Betrag (etwa 5% vom aktuellen Jahresumsatz). Daraus ergeben sich direkt schöne weitere Zahlen für Sie:

  • Bechtle wird eine Dividende von etwa 3% bezogen auf den Einstiegskurs ausschütten.
  • Im kommenden Jahr wird dieser Betrag noch zulegen, so haben es Analysten jetzt avisiert.
  • Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) des Dienstleisters liegt bei 1,4 – damit ist das IT-Unternehmen substanzstark abgesichert.
  • Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) beträgt weiterhin „nur“ 9,3 und damit deutlich weniger als 10, das als Gradmesser für „Value“-Investoren gilt.

GeVestor meint: Bechtle ist günstig.

Sie können angesichts der guten Bilanzzahlen investieren und die Aktie lange im Depot halten. Ein Pferdefuß: das Geschäftsmodell lebt auch von der konjunkturellen Entwicklung.

Konjunkturdellen jedoch hat Bechtle auch in den vergangenen Jahren bereits gut verarbeitet.

21. November 2011

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

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