Der Welt geht das Gold aus

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Trotz massiver Investitionen legt die globale Minenproduktion kaum noch zu. Gut möglich, dass die Produktion sogar schon bald deutlich fällt. Das Stichwort lautet hier Peak Gold. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Rohstoffe sind endlich. Das klingt wie eine Binsenweisheit – und doch habe ich heute immer wieder das Gefühl, als ob dieser Gedanke bei der Betrachtung der Rohstoffmärkte keine Rolle spielt. Ohne Frage sind in den vergangenen zehn Jahren die größten Investitionen im Rohstoffsektor aller Zeiten vorgenommen worden. Doch gerade bei den Edelmetallen hat sich das kaum in höheren Produktionsmengen niedergeschlagen.

Aber nach Ansicht einiger Experten wird es in Zukunft sogar noch schlimmer – denn es steht uns hier eine klare Trendwende bevor. Das Stichwort heißt hier „Peak Gold“.

Bislang tauchte die Peak-Diskussion hauptsächlich in Bezug auf Öl auf. Die Idee dahinter: Durch den massiven Verbrauch und wenige neue große Ölfelder und nachlassende Produktionsmengen auf vielen älteren Ölfeldern wird die globale Ölproduktion schon bald das Produktionsmaximum erreichen.

Beim Gold sieht es ähnlich aus. Darauf hat immerhin schon vor einem Jahr Chuck Jeannes, der CEO von Goldcorp, in einem Interview hingewiesen. Das liegt gleich an verschiedenen Faktoren. So fehlen zunächst einmal die wirklich großen Neuentdeckungen im Goldsektor. Wirklich groß sind Vorkommen mit einer Größe von 10 Millionen Unzen und mehr.

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Es fehlen einfach die großen Minenprojekte

Trotz der großen Anstrengungen werden kaum noch neue große Vorkommen entdeckt. Das wird sich auch so bald nicht ändern. Zwischen 2011 und Anfang 2016 hatten wir massiv fallende Edelmetallpreise. Diese schwache Entwicklung hatte bei den Edelmetallen zu massiven Kürzungen auch bei den Explorationsausgaben geführt.

Insofern ist es auch eher unwahrscheinlich, dass bald neue große Vorkommen bei den Edelmetallen entdeckt und dann auch entwickelt werden. Es fehlt schlicht und einfach am notwendigen Kapital dafür – auch wenn sich die Lage aktuell wieder leicht verbessert.

Aber das ungeheure Kapitalaufkommen ist nur ein Problem für den Bau der Mine. Hinzu kommen oft noch Probleme mit den erforderlichen nationalen Genehmigungen und den lokalen Anwohnern. Große Rohstoffprojekte hinterlassen in der Natur auch große Spuren – und das gilt sowohl für Minen als auch für den Tagebau.

Bei so vielen Belastungsfaktoren wird es für Unternehmen auch immer schwieriger, diese Mega-Projekte tatsächlich zu finanzieren. Das wird mittel- bis langfristig massive Folgen für die globale Goldproduktion haben. Wir müssen uns hier auf niedrigere Produktionsmengen einstellen. Die Frage ist allerdings, ob wir aktuell schon den Förderhöhepunkt – also den Peak – erreicht haben? Das wird sich erst in der Rückschau in einigen Jahren klar beantworten lassen.


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Heiko Böhmer
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