Der Zahlenvergleich: Deutschland, China, USA und Spanien…

Immer wieder ist dieser Tage zu lesen, dass der runtergeprügelte Spanien-Markt gut ist.

Nur: die Kennzahlen hat in dieser Analyse kaum jemand genannt. Deshalb meinen wir:

Im Vergleich wird sich zeigen, welche Region in den kommenden Monaten besonders attraktiv sein dürfte. Dabei hilft die fundamentale Analyse eher als die technische, denn aus Sicht der Technik sind Spanien oder China (Hongkong) im Abwärtsmodus, während zum Beispiel Deutschland oder die großen US-Märkte sich im Aufwärtsmodus befinden. Das bedeutet:

Sie müssten aus Sicht dieser Analyse-Methode eher in Deutschland oder im Dow Jones, S&P 500 oder Nasdaq investieren. China als aufstrebender Markt wäre eher eine Empfehlung für „Short“-Strategien auf fallende Kurse. Dies aber halten wir augenblicklich fundamental füreine Renditefalle, weniger für eine Renditechance.

Auch China-Zahlen sind gut

Denn auch die Zahlen aus China sind im Vergleich zu den westlichen Märkten aus heutiger Sicht noch gut und laden zu einem langfristigen Investment ein. Sie haben die Chance, sogar günstigere Aktien zu erwerben als im Dax oder Dow Jones. Auch der spanische Markt ist günstig bewertet, aus unserer Sicht jedoch bei weitem nicht so stabil wie China.

Daher haben wir uns dieZahlen angesehen und stellen Ihnen die wichtigsten Punkte zusammen. Sie können diese Erkenntnisse am einfachsten umsetzen, wenn Sie dafür ETF börsengehandelte Indexfonds kaufen, die den jeweiligen Index nahezu 1:1 abbilden.

  • Die Zahlen im Einzelnen beziehen sich auf das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis), auf das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) oder die Dividendenrendite beziehungsweise auch auf die Volatilität (erwartete Schwankungsbreite) sowie die Verschuldungsquote (BIP = Bruttoinlandsprodukt, bezogen auf die Schulden).
  • Dabei hat Deutschland vergleichsweise günstige Werte, da das KGV bei 8,3 liegt. Damit notiert es in Richtung Rekordtiefe. Die Schulden bezogen auf das BIP liegen bei 82%. Zudem beträgt die Dividendenrendite hohe 4,3%, während die Volatilität bezogen auf 90 Tage nur 21% beträgt. Das KBV lautet auf 1,2.
  • Im Vergleich dazu sind die Zahlen aus den USA ungünstiger. Die USA sind bezogen auf ihre Verschuldung mit einer Verschuldungsquote von 104% deutlich schlechter aufgestellt, zudem liegt das KGV für die großen Indizes deutlich höher. Im Dow Jones zahlen Sie als Investor 11, im S&P 500 sogar 11. Doch: auch dies ist tief.
  • Rekordtiefs waren erst vor wenigen Wochen erzielt worden. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) beträgt noch 2,6 beziehungsweise 2,1 (beim S&P 500). Damit ist die niedrige Volatilität (13% Dow, 15% S&P 500) bei weitem nicht so wertvoll wie sie es bei günstigerer Bewertung wären. Die Dividendenrendite: 2,7% sowie 2,2%.

GeVestor meint: Gegenüber den USA sind deutsche Aktien deutlich günstiger bewertet – vor allem aus dem Dax. Mit einem ETF platzieren Sie sich richtig. So können Sie Titel der Firma „iShares“ kaufen. In einem weiteren Beitrag sehen wir uns die Bewertung in China an sowie für Spanien. Die Renditechancen in China sind dabei deutlich besser.

4. Juli 2012

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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