Der Zwang zur Modernisierung der Mode

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Infolge des Wandels haben manche Modeunternehmen den Markt verlassen. Dabei gibt es Firmen, die ihnen vormachen, wie Mode im 21. Jahrhundert Kunden findet. (Foto: Rawpixel.com / shutterstock.com)

Im vergangenen Jahr wurde die Branche von einem Wandel erfasst, der Gewinner wie auch Verlierer erzeugt. Die Modeunternehmen standen vor der Wahl, mit modernen Konzepten gegen die Onlinekonkurrenz anzugehen oder dieser das Feld zu überlassen. Infolge dieses Wandels haben manche Teilnehmer den Markt verlassen, andere Unternehmen wie Ahlers, Esprit oder Adler Modemärkte sparen sich selbst in die Bedeutungslosigkeit, so lange ihnen noch Geld bleibt. Dabei gibt es Firmen, die ihnen vormachen, wie Mode im 21. Jahrhundert Kunden findet.

Ähnlich wie Inditex arbeitet H&M intensiv an der Integration seiner Vertriebskanäle. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass Onlinehandel und stationäre Ladengeschäfte keineswegs Konkurrenten sein müssen. Die Unternehmen nutzen die Synergien, die sich aus den beiden Geschäftsfeldern ergeben.

Moderne Technologie als Erfolgskonzept

Kunden können beim Onlineshopping Artikel virtuell anprobieren. Betritt ein Kunde dann ein Geschäft, verwandelt sich die Shopping-App automatisch in einen Wegweiser zu den vorher ausgesuchten Stücken. Die Technik funktioniert aber auch anders herum: Wenn Sie ein interessantes Stück im Laden finden, zeigt Ihnen die App, ob es auch in anderen Farben oder Größen verfügbar ist.

Im Laden anprobierte Stücke können nach Hause geliefert werden, online bestellte Artikel können im Laden abgeholt werden. Das Ziel ist, durch eine Kombination aus Onlineshopping und Ladengeschäft den Kunden ein neues und überzeugendes Einkaufserlebnis zu bieten und dabei auf alle individuellen Wünsche und Vorlieben einzugehen.

Monopolisierung der Gewinne

Hinter dieser Modernisierung steckt eine Menge Technologie. Der Kern für den Erfolg dieser Strategie besteht aber in Wissen. Mit Hilfe von Big Data kennen die Konzerne ihre Kunden. Das System weiß, was zu welchem Kunden passt, in welcher Filiale das entsprechende Stück vorrätig ist und wie lange es dauert, bis es beim Kunden zu Hause angekommen ist.

Diese Technologien können sich nur die Big Player leisten. Somit werden die großen immer größer, während kleine Unternehmen verschwinden. 2019 haben die 20 größten börsennotierten Unternehmen der Branche mehr Gewinn generiert als die gesamte Branche zusammen. Die meisten Marktteilnehmer aus der zweiten Reihe arbeiten also defizitär.

Neue Herausforderungen

Das Jahr 2020 birgt zahlreiche Herausforderungen. Laut Prognose des McKinsey-Global-Fashion-Index wird der Umsatz weiter zurückgehen und 3 bis 4% unter dem Vorjahr liegen. Auch das Modethema des Jahrhunderts wird an der Modebranche nicht spurlos vorüberziehen. Umweltschutz, Nachhaltigkeit und soziale Standards bei der Produktion werden der Modetrend des Jahres. Unternehmen, die auch in Zukunft wachsen wollen, nehmen diese Themen ernst. Bemühungen um einen niedrigen Wasserverbrauch und CO2-Ausstoß, sowie Recycling eigener Produkte stellen erst den Anfang dar.

Die Materialen, mit denen die Branche arbeitet, werden sich in den kommenden Jahren stark verändern. Bekannte umweltfreundliche Materialien werden wiederentdeckt, während die Forschung unentwegt nach neuen Lösungsmöglichkeiten sucht.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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