Deutsche Aktien: Unternehmens-Insider greifen beherzt zu

Erfahren Sie jetzt, wo die Unternehmens-Insider in den vergangenen Tagen besonders stark zugegriffen haben und was das für Sie bedeutet. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

An den Aktienmärkten ging es im Börsenmonat März weiter bergab. Noch immer belastet vor allem die Sorge vor einem Handelskonflikt zwischen den USA und China das Investitionsklima. Die Unternehmen legen jedoch weiterhin mehrheitlich gute bis sehr gute Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vor und geben optimistische Prognosen für das laufende Jahr.

Das passt nicht zusammen! Ein weiterer Beleg dafür, dass der Kursverlauf an den Aktienmärkten nicht zu der operativen Entwicklung in den Unternehmen passt, ist die Tatsache, dass in den vergangenen Tagen so viele sogenannte Unternehmens-Insider bei deutschen Aktien zugegriffen haben wie selten zuvor.

Unternehmens-Insider sind Personen, die eng mit dem Unternehmen verbunden sind. Das sind vor allem Vorstände und Aufsichtsräte, aber auch andere Personen in Führungspositionen und Personen, die den genannten Personengruppen nahe stehen.

Allein in dieser Woche haben Unternehmens-Insider bei Aktien von TUI, Bayer, Schaeffler, Evonik, RIB Software, BASF, Siemens, Fuchs Petrolub, Jungheinrich, MLP, Basler und der Baader Bank zugegriffen – um nur einige bekannte Beispiele zu nennen.

Kommen wir nun zu der Frage, wie sich Insiderkäufe und -verkäufe auswirken und sie einzuordnen sind.

Wie Insiderkäufe und -verkäufe einzuordnen sind

Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass der bereits vorgestellte Personenkreis (Vorstände, Aufsichtsräte und deren Angehörige) deshalb als „Insider“ bezeichnet wird, weil diese Personen das Unternehmen besser kennen als Außenstehende und über Informationen direkt aus dem Konzern verfügen.

Grundsätzlich dürften Sie mir beipflichten, dass es durchaus sinnvoll sein kann, sich beim Aktienkauf an Personen zu orientieren, die Informationen aus 1. Hand haben und direkt an der Quelle sitzen. Folglich ist es in vielen Fällen durchaus sinnvoll, den sogenannten Insidern zu folgen – also zu kaufen, wenn die Insider kaufen und zu verkaufen, wenn diese im großen Stil verkaufen.

Allerdings sollten Sie beachten, dass es nicht automatisch ein gutes Zeichen sein muss, wenn ein Insider Aktien des eigenen Konzerns kauft und nicht automatisch ein schlechtes Zeichen, wenn Insider Aktien verkaufen.

Denn nicht immer kaufen Insider Aktien, weil sie diese für unterbewertet halten und nicht immer verkaufen Insider Aktien, weil sie diese für fair oder überbewertet halten.

So werden in vielen großen Unternehmen Aktien beispielsweise aufgrund von Mitarbeiter-Beteiligungen oder Bonuszahlungen verteilt. Es ist dann völlig normal, wenn ein Manager irgendwann die als Gehalts-Bestandteil erhaltenen Aktien (oder Aktien-Optionen) an der Börse versilbert und in Geld umtauscht (verkauft).

Fazit: Sie sollten niemals nur auf die Insiderkäufe und -verkäufe achten, sondern stets auch einen Fundamental-Check vornehmen.

In der aktuellen Situation spricht die Vielzahl der Insider-Käufe aus meiner Sicht klar dafür, dass die operative Lage und die zukünftigen Aussichten bei vielen deutschen börsennotierten Unternehmen deutlich besser sind als die Kursentwicklungen der vergangenen Tage und Wochen vermuten lassen. Warum sonst sollten Vorstände und Aufsichtsräte deutscher Unternehmen teilweise Millionenbeträge in Aktien der eigenen Unternehmen investieren?

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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