Deutsche Aktien: 10 Gründe warum sie weiter steigen

Der Dax hat einen fulminanten Start ins neue Jahr hingelegt. Auch wenn die Rekordserie zuletzt unterbrochen wurde: Zweieinhalb Monate lang durfte man den Leitindex staunend dabei beobachten, wie er es sich nicht nur in der Fünfstelligkeit bequem machte, sondern gleich auch noch die 11.000er- und, kurze Zeit später, sogar die 12.000er-Hürde scheinbar mühelos übersprang.

Auch wenn die Rally angesichts ihres rasanten Tempos für Schwindelgefühl bei dem einen oder anderen Anleger sorgte und Analysten Woche für Woche eine Kurskorrektur voraussagten, gab es doch auch gute Kaufargumente.

Insbesondere das „Quantitative Easing“ oder auch QE-Programm der Europäischen Zentralbank, das seit Anfang März jede Menge billiges Geld in den Markt pumpt, unterfütterte zuletzt den Kaufrausch.

Doch selbst wenn der Gipfel der Rekordjagd nun vorläufig erreicht sein sollte und der Dax zu einer Konsolidierungsphase ansetzt, gibt es gute Gründe, auch in Zukunft auf deutsche Aktien zu setzen.

Euro- und Öl-Schwäche sorgen für gute Bedingungen

Selten sind die Rahmenbedingungen so günstig wie jetzt. Sowohl der Euro als auch der Ölpreis haben zuletzt deutlich nachgegeben und befinden sich derzeit auf so niedrigem Niveau wie seit Jahren nicht mehr.

Davon profitieren deutsche Unternehmen gleich doppelt: Die zahlreichen Exporteure unter ihnen verzeichnen positive Währungseffekte in ihren Bilanzen. Zugleich sinken die Produktionskosten durch den niedrigen Ölpreis gerade für die zahlreichen klassischen Industrieunternehmen, die im Dax und im MDax gelistet sind.

Selbst wenn Euro und Ölpreis nun wieder leicht anziehen, befinden sich beide nach wie vor auf vergleichsweise niedrigem Niveau und sorgen für höhere Gewinnmargen bei den Unternehmen. Zugleich werden auf diese Weise durch die Einsparungen finanzielle Spielräume eröffnet, die für Investitionen, Übernahmen oder auch Ausschüttungen an Anteilseigner genutzt werden können.

Niedrigzinsen befördern Aktienkäufe

Ähnliche Effekte ergeben sich auch durch die anhaltende Niedrigzinsphase in der Euro-Zone, die nach Vorstellungen der EZB auch noch eine ganze Weile weitergeführt werden soll. Kredite sind günstig zu haben, auch davon profitieren die Unternehmen.

Zudem erscheinen Anlegern gerade in Zeiten niedriger Zinsen Aktien umso attraktiver, da alternative Anlageformen kaum noch Rendite abwerfen. Besonders gefragt sind dementsprechend dividendenstarke Aktien, und von denen hat Deutschland viele zu bieten.

Zahlreiche der in den größeren und kleineren deutschen Indizes gelisteten Firmen zahlen Jahr für Jahr eine stabile Dividende aus, manche haben sich gar eine jährliche Dividendenanhebung auf die Fahnen geschrieben. Stimmen die Fundamentaldaten, gehen gerade diese Aktien derzeit weg wie warme Semmeln.

Auch ausländische Investoren kaufen in Europa

Auch ausländische Investoren schielen auf europäische und insbesondere auf deutsche Aktien, denn sie sind im Vergleich etwa zu vielen US-Aktien verhältnismäßig günstig bewertet. Zahlreiche Großinvestoren haben inzwischen begonnen, ihr Geld umzuschichten und stärker in Europa zu investieren.

Darüber hinaus ist zu erwarten, dass ein Großteil des frisch gedruckten EZB-Geldes in die Aktienmärkte fließen wird. Zugleich stabilisiert sich auch die konjunkturelle Entwicklung in der Euro-Zone allmählich, die Wirtschaft der Währungsunion stand zuletzt wieder etwas besser da.

Unterm Strich bleibt festzuhalten: Euro-Schwäche, Ölpreisverfall und Niedrigzinsphase schaffen außergewöhnlich gute Rahmenbedingungen, von denen deutsche Unternehmen profitieren. Hinzu kommen eine hohe Liquidität an den Finanzmärkten und ein Mangel an lukrativen Anlagealternativen.

Deutsche Aktien dürften sich also auch weiterhin großer Beliebtheit erfreuen – und das nicht nur bei europäischen Anlegern.

31. März 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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