Deutsche Aktionäre dürfen sich auf Rekord-Dividenden freuen

Wenn der Frühling kommt, beginnt die Zeit der Hauptversammlungen – und damit auch die Dividenden-Saison.

Dank deutlich gestiegener Unternehmens-Gewinne schütten viele Firmen deutlich mehr an ihre Aktionäre aus als im Vorjahr.

Ich gebe Ihnen in diesem Beitrag einen kleinen Ausblick auf die anstehende Dividenden-Saison:

Deutsche Firmen zahlen Rekord-Dividende

Bereits in der vergangenen Woche fand die Hauptversammlung von Daimler statt.

Der Stuttgarter Autobauer hat seine Dividende im Vergleich zum Vorjahr zwar nur konstant gehalten.

Dennoch ist Daimler neben der Allianz der Konzern mit der höchsten Dividenden-Summe. Insgesamt überweist das DAX-Unternehmen rund 3,5 Mrd. € an seine Anteilseigner.

Die deutschen Aktionäre dürfen sich über deutlich höhere Dividenden-Zahlungen freuen:

Die im Prime und General Standard sowie im Freiverkehr gelisteten Firmen werden für das zurückliegende Geschäftsjahr insgesamt gut 46 Mrd. € ausschütten.

Das sind 9% mehr als im Vorjahr – ein neuer Dividenden-Rekord.

2/3 der Index-Mitglieder heben die Dividende an

Nicht nur die Gesamt-Summe der Ausschüttungen erreicht ein neues Rekord-Niveau:

In jedem einzelnen der 4 deutschen Auswahl-Indizes (DAX, MDAX, TecDAX und SDAX) schütten die Unternehmen die höchste Dividenden-Summe aller Zeiten aus.

Basis für diese äußerst erfreuliche Entwicklung sind die im vergangenen Jahr kräftig gestiegenen Konzern-Gewinne. Die Folge davon: Mehr als 2/3 der Index-Mitglieder heben die Dividende an.

Hier winken die höchsten Renditen

Der größte Renditebringer unter den 30 DAX-Werten ist die Münchener Rück:

Der Rückversicherer erhöht die Dividende um gut 4% auf 8,60 € je Aktie. Die Dividendenrendite liegt damit bei stattlichen 4,7%.

Noch höhere Renditen lassen sich bei Unternehmen aus der 2. Reihe erzielen.

Im MDAX sticht die Deutsche Pfandbriefbank heraus: Mit 1,05 € je Aktie wird die Ausschüttung im Vorjahres-Vergleich mehr als verdoppelt.

Die Dividendenrendite erreicht damit 9,0%  – der höchste Wert unter allen Index-Mitgliedern.

Ebenfalls sehen lassen kann sich die Rendite bei dem SDAX-Neuling bet-at-home.com: Der österreichische Wettanbieter zahlt aufgrund des hohen Cash-Bestands eine Sonderausschüttung von 5,00 € je Aktie.

Zusammen mit der regulären Dividende überweist das Unternehmen seinen Aktionären insgesamt 7,50 € je Aktie. Die Dividendenrendite beträgt damit 6,9%.

„Nullrunde“ bei RWE und Commerzbank

Doch es gibt auch Enttäuschungen.

Hier ist insbesondere die Commerzbank zu nennen: Nachdem im Vorjahr noch 20 Cents je Aktie ausgeschüttet wurden, gehen die Aktionäre diesmal wieder leer aus.

Auch die Anteilseigner von RWE müssen wie schon im Vorjahr auf eine Dividende verzichten.

Der 2. große Energieversorger, E.ON, schüttet zwar eine Gewinn-Beteiligung aus, diese fällt aber deutlich geringer aus als ein Jahr zuvor:

Von 44 Cents im Vorjahr wird die Dividende auf nur noch 21 Cents je Aktie gesenkt – eine drastische Kürzung um 52%.

Finger weg!

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Dividenden-Kürzungen – oder gar -streichungen – kein gutes Zeichen sind und sich meist auch negativ auf die Kurs-Entwicklung auswirken.

Daher kann ich Ihnen nur raten, Aktien von Firmen zu meiden, welche die Dividende kürzen. Ebenso wenig empfehlenswert ist es jedoch Aktien nur wegen einer hohen Dividendenrendite zu kaufen.

Morgen verrate ich Ihnen, worauf Sie bei der Auswahl von Dividenden-Aktien stattdessen achten sollten.

5. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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