Deutsche Anleger: Optimistisch, aber falsche Anlagestrategie

Blackrock, der weltweit größte Vermögensverwalter, führt seit einiger Zeit eine jährliche Umfrage unter tausenden von Anlegern durch und hat dies kürzlich wieder getan. Ich möchte Ihnen heute im „Schlussgong“ die wichtigsten Ergebnisse der jüngsten Umfrage vorstellen.

Zunächst zur Umfrage: Blackrock hat weltweit 27.500 Anleger befragt. Ich möchte mich jedoch auf das Ergebnis der Befragung der europäischen und hier insbesondere der deutschen Anleger konzentrieren.

Viele Deutsche sehen ihre finanzielle Zukunft zu positiv

Alles in allem sind die Deutschen mit Blick auf ihre finanzielle Zukunft eher positiv als negativ gestimmt. So verwenden mehr als die Hälfte der Deutschen positive Begriffe – zuversichtlich, optimistisch, zufrieden –, um den Blick auf ihre finanzielle Zukunft zu beschreiben. Insgesamt ist ihr Vertrauen hoch, dass sie ihre finanziellen Ziele erreichen.

Auch der Glaube der Deutschen daran, dass sie in der Lage sein werden, ihren Wohlstand zu erhalten, scheint ungebrochen. Bei der Frage, ob sie das Gefühl haben, ihre finanzielle Zukunft im Griff zu haben, offenbart sich jedoch ein anderes Bild.

Weniger als die Hälfte der Befragten ist der Meinung, in finanziellen Dingen Herr der Lage zu sein, und viele haben nicht das Gefühl, die richtigen finanziellen Entscheidungen zu treffen. Auffällig ist, dass sich dieses Gefühl bei den Befragten verstärkt, je näher sie an das Rentenalter heranrücken.

Hinzu kommt, dass 56% der Deutschen keine ertragsgenerierenden Anlagen halten. Das bedeutet: Weniger als die Hälfte der Deutschen legen ihr Geld so an, dass es einen Ertrag abwirft bzw. sich vermehrt.

Doch wenn Sie bestimmte finanzielle Ziele erreichen wollen – insbesondere im Alter – wird es nicht reichen, wenn Sie Ihr ganzes Geld lediglich werterhaltend anlegen. Zumal selbst der Werterhalt Ihres Vermögens mit den klassischen Zinsanlagen nicht sicher ist.

Zinsanlagen reichen nicht mehr

In der aktuellen Null-Zins-Phase werfen Zinsanlagen nach Abzug von Kosten, Steuern und Inflation in der Regel keine positive Realrendite ab. Soll heißen: Unterm Strich gelingt der Werterhalt mit Zinsanlagen in den meisten Fällen nicht. Auf dem Konto bleibt die Geldsumme gleich, oder wächst sogar leicht, aber Sie können dafür weniger Waren und Dienstleistungen kaufen.

Ein weiterer Punkt, der dafür spricht, dass die Deutschen zu wenig auf Vermögensmehrung setzen ist, dass aus der Umfrage hervorgeht, dass nur 55% der Befragten angaben, ihre Erträge wieder anzulegen. 45% hingegen lassen sich die Erträge auszahlen.

Das hat zur Folge, dass von denjenigen Deutschen, die auf ertragsgenerierende Anlagen setzen, viele nicht vom Zinseszinseffekt profitieren. Denn: Vom Zinseszinseffekt profitieren Sie nur, wenn Sie Ihre Erträge wieder anlegen. Was also tun?

Augenblicklich sind Kapitalanlagen, die höhere Renditen abwerfen, zwar nach wie vor stark untergewichtet, doch immerhin erkennen viele Deutsche die Notwendigkeit, zur Erreichung ihrer finanziellen Ziele stärker als bisher in renditestarke Wertpapiere wie Dividendenaktien oder -fonds zu investieren.

7. Januar 2015

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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