Deutsche Annington: Gute Voraussetzungen für den Dax-Kandidaten

Es ist September, der Leitindex und seine Zusammensetzung stehen auf dem Prüfstand – und zum ersten Mal seit drei Jahren zeichnet sich eine Veränderung ab.

Der Chemiekonzern Lanxess wird wohl aus dem Dax ausscheiden, als Nachrücker steht die Deutsche Annington in den Startlöchern. Grund genug, sich das Unternehmen einmal näher anzuschauen, das in wenigen Wochen als erster Immobilienkonzern in den Deutschen Leitindex aufsteigen dürfte.

Wachstum durch Übernahmen

Die jüngsten Zahlen sind durchaus beeindruckend. Die Deutsche Annington, die sich künftig in Vonovia umbenennen will, verfügt bundesweit über rund 350.000 Wohnungen – Tendenz steigend, denn die Übernahmewelle dürfte noch nicht abgeschlossen sein.

Erst vor kurzem hat man sich den Konkurrenten Gagfah einverleibt, weitere Fusionen stehen wohl noch auf der Agenda. So befinden sich zahlreiche Wohnungsgesellschaften derzeit noch in öffentlicher Hand, doch die klammen Kommunen scheinen immer stärker zu Privatisierungen bereit – wovon der Marktführer profitieren dürfte.

Im ersten Halbjahr 2015 hat die Deutsche Annington ihren Gewinn verdoppelt. Für das Gesamtjahr wird ein operativer Gewinn von 560 bis 580 Millionen Euro angepeilt. Zudem soll auch die Dividende angehoben werden, die im vergangenen Jahr bei 78 Cent je Aktie lag.

Günstige Rahmenbedingungen

Wachstumspotenzial entsteht neben weiteren Übernahmen durch die für eine Immobiliengesellschaft denkbar günstigen derzeitigen Rahmenbedingungen: Die Immobilien in wirtschaftsstarken Regionen steigen rasant im Wert, während die Zinsen kurz- und mittelfristig sehr niedrig bleiben. Dadurch können Investitionen günstig refinanziert werden, während der Wert der Anlageobjekte steigt.

Außerdem können in Metropolen wie München, Frankfurt, Köln oder Hamburg immer höhere Mieten verlangt werden. Auch das Umland dieser Boom-Regionen wird zunehmend teurer. Da sich die Mietpreise der Deutschen Annington bislang durchschnittlich bei unter 6 Euro pro Quadratmeter bewegen, bestehen hier noch Spielräume, um die Einnahmen zu erhöhen.

Kurspotenzial für die Aktie

Analysten sehen jedenfalls teils deutliches Kurspotenzial für die Aktie, die zuletzt für knapp 30 Euro zu haben war. Die Kursziele liegen mehrheitlich zwischen 30 und 36 Euro, durchschnittlich bei gut 32,50 Euro. Neben positiven Fundamentaldaten und einer lukrativen Dividendenrendite von zuletzt mehr als 3 Prozent, die für Anleger als Kaufanreiz dienen könnte, sehen viele auch den wahrscheinlichen Aufstieg in den Dax als möglichen Kurstreiber.

Denn dadurch rückt das Papier in den Fokus internationaler und institutioneller Anleger und könnte insgesamt als attraktiver wahrgenommen werden. Binnen Jahresfrist hat der Kurs immerhin um gut 30 Prozent zugelegt. Einen besonders deutlichen Anstieg verzeichnete die Aktie um den Jahreswechsel herum bis zu einem Höchststand im März.

Angesichts der Wachstumsperspektiven sollte die jüngste Schwächephase aus Sicht der Analysten daher nicht überbewertet werden, immerhin befindet sich der Aktienmarkt insgesamt momentan in turbulentem Fahrwasser.

2015-09-03 Deutsche Annington

4. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt