Deutsche Autobauer legen in China kräftig zu

Das Auto wird nicht nur als „des Deutschen liebstes Kind“ bezeichnet, sondern die Automobil-Branche ist auch eine der Schlüssel-Industrien in Deutschland.

Schließlich sind nicht nur bei den deutschen Autobauern zigtausende Menschen beschäftigt, sondern auch bei den Zulieferern der Branche.

Daher fürchten einige Branchen-Beobachter negative Konsequenzen durch den anstehenden BrExit und durch die protektionistische Handels-Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump.

Meine Einschätzung: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

Deutsche Autos in China ein Verkaufsschlager

Denken Sie nur an China! Dort wächst die Wirtschaft inzwischen nicht mehr so stark wie noch vor wenigen Jahren.

Daraus folgerten einige Experten, dass auch der PKW-Absatz im Reich der Mitte schwächeln würde. Doch genau das Gegenteil ist der Fall.

Den deutschen Autobauern geht es dank der ungebremsten Nachfrage aus China so gut wie lange nicht.

Im Jahr 2016 entfiel gut 1/3 (34%) des weltweiten PKW-Absatzes der 3 größten deutschen Autobauer (VW, Daimler und BMW) auf China. 1 Jahr zuvor lag der Anteil noch bei 30%.

„Der chinesische Markt hat 2016 nach einem schwachen Vorjahr wieder einen Gang hochgeschaltet, der Absatz von Neuwagen stieg um 18%“, sagt Peter Fuß, Partner bei der renommierten Beratungs- und Prüfungs-Gesellschaft Ernst & Young (EY).

Insgesamt steigerten die deutschen Autobauer ihren Absatz im vergangenen Jahr um 5%. Außerhalb Chinas lag das Absatz-Plus bei 1,5%.

Damit spielten schon im vergangenen Jahr sowohl der US-amerikanische Markt als auch der britische Markt keine größere Rolle in Sachen Wachstum.

Mit einem Absatz-Wachstum von 28% verzeichnete die Mercedes Benz Group im vergangenen Jahr das stärkste Wachstum der 3 größten deutschen Autobauer in China, gefolgt von Volkswagen (plus 12%) und BMW (plus 11%).

Der starke PKW-Absatz in China im Jahr 2016 ist jedoch zu einem Teil auch auf Steuer-Geschenke für Autokäufer zurückzuführen.

Diese sollten ursprünglich im laufenden Jahr abgeschafft werden, werden nun jedoch lediglich halbiert.

Daher rechne ich damit, dass der chinesische PKW-Markt in diesem Jahr weniger dynamisch wachsen wird als im Vorjahr. Dennoch bleibt der Markt aus meiner Sicht für deutsche Autobauer attraktiv.

Das sieht auch Peter Fuß von EY so: „Der Wohlstand steigt, die Mittelschicht ist so statusbewusst wie eh und je, und Autos ‚Made in Germany‘ haben dort immer noch einen guten Ruf.“

Fazit: Autobauer und Zulieferer bleiben interessant

Für Sie als Anleger bedeutet das:

Es lohnt sich aus meiner Sicht, die Aktien der deutschen Automobil-Hersteller und Zulieferer einmal genauer anzuschauen – v. a. auf dem aktuell noch vergleichsweise niedrigen Bewertungs-Niveau.

Zu den Herstellern, die aus meiner Sicht einen Blick wert sind, zählen insbesondere Daimler und BMW und zu den attraktivsten Zulieferern z. B. Unternehmen wie Leoni oder Grammer.

30. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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