Deutsche Bank: Abheben für Fremdkunden kostet bald 2 € mehr

Jetzt ist es offiziell: Die Deutsche Bank will Fremdkunden nicht länger einen günstigen Zugriff auf ihre Automaten gewähren.

Bislang mussten Sie als Fremdkunde an den Automaten der Deutschen Bank 1,95 € berappen.

Ab 1. September sollen es gleich 3,95 € sein – ein happiger Aufschlag von mehr als 100%! Muss das wirklich sein?

Cash-Group-Kunden heben weiterhin kostenfrei ab

Die gute Nachricht zuerst: Die Abhebe-Gebühr bleibt Ihnen erspart, wenn Sie Kunde einer Bank sind, die zur sogenannten Cash Group gehört.

Das ist ein Verbund von Banken, der seinen Kunden das Abheben an allen Automaten der Mitgliedsbanker kostenfrei ermöglicht.

Die Deutsche Bank gehört auch dazu – was schlichtweg bedeutet: Kostenlos Geld abheben bei der Deutschen Bank können Sie also nach wie vor, wenn Ihre Girocard (EC-Karte) von einer der folgenden Banken stammt:

  • Deutsche Bank
  • Postbank
  • Commerzbank
  • HypoVereinsbank
  • Norisbank oder
  • Berliner Bank

Teuer wird’s für Kunden anderer Banken und Sparkassen

Das Fremdgehen sollten Sie sich dagegen verkneifen, wenn Sie Kunde einer Volks- und Raiffeisenbank bzw. Sparkasse sind.

Glücklicherweise ist es hier aber auch unwahrscheinlich, dass Sie keinen anderen Geldautomaten finden als einen der Deutschen Bank.

Denn immerhin haben die Genossenschaftsbanken ein Netz von fast 20.000 Geldautomaten. Bei den Sparkassen sind es sogar rund 26.000.

Deutsche-Bank-Automaten sollten Sie auch meiden, sofern Ihr Kreditinstitut zum sogenannten Cash Pool zählt. Das ist etwa bei den Spardabanken, der Targobank, Santander, BB-Bank und Wüstenrot der Fall.

Tipp: Nutzen Sie Ihr Smartphone für die Automaten-Suche

Um einen günstigen bzw. idealerweise kostenlosen Geldautomaten Ihrer Bank oder Bankengruppe zu finden, hilft Ihnen Ihr Smartphone.

Denn es gibt jede Menge Apps, die für Sie den nächsten Standort ausfindig machen; so z. B. die CashPool-App vom gleichnamigen Anbieter, oder den Cash Group Finder für die Kunden der Cash.Group-Banken.

Auch die VR Banking App ermöglicht eine komfortable Geldautomaten-Suche. Und dasselbe gilt auch für die S-Filialfinder-App der Sparkassen-Gruppe.

Weitaus praktischer, weil nicht nur auf die eigene Bank(engruppe) beschränkt, sind die Apps der einschlägigen Branchen- und Adress-Verzeichnisse:

Ob „Das Örtliche“, „Das Telefonbuch“ oder „Yellowmap“ – auch hier ist eine Geldautomaten-Suche möglich. Und die folgt erfreulicherweise Ihren Eingaben.

Das heißt: Sie können wählen, ob Sie sich nur die Automaten Ihrer Bank(engruppe) anzeigen lassen wollen – oder alle. Denn manchmal muss es schnell gehen – und dann sind Ihnen womöglich auch die höheren Gebühren fürs „Fremdgehen“ egal.

Dank Gebühren-Anzeige sind böse Überraschungen ausgeschlossen

Wenn Sie an einem fremden Automaten stehen, sollten Sie aber nie vergessen, die Gebühren-Anzeige auf dem Monitor genau zu studieren.

Denn die Banken sind verpflichtet, Ihnen die Gebühr fürs Abheben mitzuteilen, bevor Sie den Vorgang starten.

Tauchen also im Display des Geldautomaten – wie künftig bei der Deutschen Bank – horrende 3,95 € auf oder sind die Abhebe-Gebühren sogar noch höher, dann gibt es nur eine Lösung:

Brechen Sie den Vorgang ab und wandern Sie zu einem anderen Automaten! Dank App finden Sie diesen dann mühelos.

22. August 2015

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Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.

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