Deutsche-Bank-Aktie: Zurück auf der Erfolgsspur?

Deutsche Aktionäre sind in bester Kauflaune. Bereits nach dem Wahlsieg Donald Trumps im November drehten die Kurse in Frankfurt wie in New York kräftig ins Plus.

Seit einigen Wochen nun springt der DAX von Rekord zu Rekord – und mit ihm dürfen sich auch viele Einzelwerte über teils deutliche Kurszuwächse freuen.

Besonders laut dürften die Korken knallen bei den Anlegern der Deutschen Bank, die in den vergangenen Jahren eine lange Durststrecke hinter sich bringen mussten.

Schatten der Vergangenheit

Im Gegensatz zur Commerzbank musste die Deutsche Bank zwar im Zuge der Finanzkrise nicht teilverstaatlicht werden.

Das ist aber auch so ziemlich das einzig halbwegs Positive, was es aus den Zwillings-Türmen für eine lange Zeit zu vermelden gab.

Das Geldhaus war verstrickt in etliche Skandale und musste diverse Strafzahlungen in Milliardenhöhe leisten.

Die Doppelspitze aus Anshu Jain und Jürgen Fitschen scheiterte mit ihrem ausgegebenen Ziel, einen nachhaltigen Kulturwandel herbeiführen zu wollen.

Lange hatte man das Gefühl, dass sich kaum etwas geändert hat am Gebaren der Banker.

BrExit – Viele Fragen, kaum Antworten

Inzwischen steht mit John Cryan ein Brite an der Spitze der Deutschen Bank – und Großbritannien ist es auch, das inzwischen für das größte Kopfzerbrechen sorgt, und zwar in der gesamten Banken-Branche.

Seit das britische Wahlvolk vor knapp 1 Jahr für den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union gestimmt hat, wurden zahlreiche Fragen aufgeworfen, aber noch kaum Antworten gefunden.

Das betrifft nicht nur die künftigen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen des Vereinigten Königreichs und der Staaten-Gemeinschaft, sondern ganz konkret auch die Geschäfte der Banken.

London als einer der wichtigsten Finanzplätze weltweit könnte zahlreiche Arbeitsplätze verlieren, die seitens der Unternehmen – und v. a. der Banken – aufs Festland verlegt werden.

Auch die Deutsche Bank erwägt tausende Stellen von London nach Frankfurt zu holen und hofft auf zügige Antworten von Seiten der Politik.

Allerdings zeichnet sich schon jetzt ab, dass es wohl harte und langwierige Verhandlungen werden, die Großbritanniens Premierministerin Theresa May mit ihren europäischen Amtskollegen führen muss.

Mit schnellen Antworten ist daher eher nicht zu rechnen.

Hoffen auf Frankreich

Ein erleichtertes Aufatmen gab es an den Märkten jedoch erst kürzlich erneut, unmittelbar nach der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl.

Dort holte die Kandidatin des rechtsextremen Front National zwar das zweithöchste Ergebnis und zieht damit in die Stichwahl am Sonntag ein.

Doch in den Umfragen heißt der Wahlsieger bislang recht eindeutig Emmanuel Macron – das wäre den Märkten gerade recht.

Deutsche-Bank-Aktie auf Erfolgskurs

Die Deutsche-Bank-Aktie jedenfalls hat seit Mitte April kräftig zugelegt und allein auf Monatssicht ein Plus von gut 13% verbucht.

Im Vergleich zum Vorjahr notiert das Papier inzwischen rund 30% fester bei etwa 17 €.

Dennoch zeigten sich zuletzt nur wenige Analysten optimistisch hinsichtlich der weiteren Entwicklung:

  • Die meisten raten abzuwarten und sehen die Aktie im Bereich zwischen etwa 16 und 18 €.
  • Ein Anstieg auf bis zu 20 € erscheint denkbar, ist unter Analysten bislang jedoch eher eine Einzelmeinung.
  • Immerhin: Auch mit einem Kurssturz auf 12 € oder weniger rechnen derzeit nur noch wenige Beobachter.

Kurzfristig richtungsentscheidend dürfte jedoch v. a. der Wahlausgang am Sonntag in Frankreich sein:

ewinnt Macron, kann die Party weitergehen – gewinnt Le Pen, steht Europa wohl schon bald vor ganz anderen Problemen…

2017-05-04 Deutsche Bank

7. Mai 2017

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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