Deutsche Bank Aktie: Das fallende Messer

Die Deutsche Bank Aktie fällt auf den tiefsten Stand seit 2016 – Hoffnung ist kaum in Sicht, stattdessen dürfte auch Q1 schwächer ausfallen. (Foto: Martin Good / Shutterstock.com)

Die Deutsche Bank kommt nicht aus den Schlagzeilen.

Zum wiederholten Male hatte Deutschlands größtes Geldhaus im vergangenen Jahr einen Verlust eingefahren. Der hatte die Anleger umso härter getroffen, als man eigentlich nach den Katastrophenjahren zuvor für 2017 wieder mit einem etwas besseren Ergebnis gerechnet hatte. Das gab es aber nicht – Boni für die Banker gab es trotzdem, man müsse das Spitzenpersonal ja irgendwie bei Laune halten. Dass dieses Spitzenpersonal es jedoch nicht schaffte, die Bilanz in den positiven Bereich zu hieven, hinterlässt einen faden Beigeschmack, nicht nur bei den Anlegern.

Immerhin, für 2018 zeigte man sich in Frankfurt optimistischer. Die Umbauanstrengungen der vergangenen Jahre sowie die Implementierung schärferer Regulierungsvorgaben als Konsequenz aus der Finanzkrise vor zehn Jahren seien nun weitgehend umgesetzt, entsprechende Belastungen fielen weniger ins Gewicht, stattdessen könne es nun aber mal wieder losgehen mit den besseren Ergebnissen, so der Tenor Anfang des Jahres.

Schwächere Q1-Bilanz wegen Währungseffekten?

Inzwischen neigt sich das erste Quartal dem Ende entgegen und der Optimismus ist erneut einer gewissen Zerknirschtheit gewichen – wobei man die Schuld dafür nicht bei sich selbst sucht, sondern vor allem auf Währungseffekte verweist.

Allein das Verhältnis vom starken Euro zum schwachen Dollar habe im ersten Quartal für zusätzliche Belastungen in Höhe von rund 300 Millionen Euro gesorgt, so Finanzchef James von Moltke. Das ist zwar nicht von der Hand zu weisen, und einen nicht unerheblichen Anteil ihrer Geschäfte, gerade im Bereich des Investmentbankings, wickelt die Deutsche Bank bekanntlich in Dollar ab, während die Bilanzpräsentation in Euro erfolgt.

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Doch die Warnung vor einer Quartalsbilanz, die abermals schwächer ausfallen dürfte als zunächst erhofft, kam am Parkett gar nicht gut an. Die Deutsche Bank Aktie fiel zuletzt auf den tiefsten Stand seit Herbst 2016, allein auf Monatssicht verlor das Papier rund 17 Prozent an Wert und hielt sich vergangene Woche nur knapp oberhalb der Marke von 11 Euro.

Deutsche Bank Aktie: Zum Davonlaufen

Zum Kauf der Aktie der Deutschen Bank rät derzeit so gut wie niemand mehr. Die Frage aus Anlegersicht lautet eher: Sofort verkaufen – oder auf einen besseren Zeitpunkt warten? Analysten senkten zuletzt reihenweise den Daumen, die Kursziele liegen zum Teil sogar noch deutlich unterhalb der jüngsten Notierung (Société Générale: 10 Euro; Citigroup: 8,60 Euro).

Kaum jemand setzt noch ernsthaft auf eine Erholung der Aktie in absehbarer Zeit. Nachdem die Konkurrentin Commerzbank im vergangenen Jahr nach ebenfalls mehrjähriger Flautephase einen beachtlichen Lauf hinlegen konnte und die Aktie zu den stärksten Titeln des Jahres im Dax zählte, hatten einige Beobachter für 2018 einen ähnlichen Turnaround für die Deutsche Bank Aktie vorausgesagt.

Das erscheint nach heutiger Betrachtung kaum noch vorstellbar.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.