Deutsche Bank-Aktie: Kursziel 2 Euro?

Deutsche Bank RED – shutterstock_401935780 Vytautas Kielaitis

Bei der Deutschen Bank-Aktie schrillen die Alarmglocken. Die Charttechnik signalisiert ein neues Abwärtskapitel. (Foto: Vytautas Kielaitis / Shutterstock.com)

Die Aktie der Deutschen Bank macht Ihren Besitzern nun schon seit mehr als 12 ½ Jahren wenig Freude: Aktuell notiert das Dividendenpapier unfassbare -93% unter der im Mai 2007 erreichten historischen Bestmarke von 92,06 Euro.

Von dem im August dieses Jahres markierten Allzeittief ist die Aktie gegenwärtig nur noch -8,6% entfernt. Und derzeit deutet alles darauf hin, dass dieses Niveau in den kommenden Wochen unterboten wird.

Halten Sie sich fest: Meine Analyse zeigt, dass sich die Notierung der Deutschen Bank-Aktie im Laufe der nächsten 2 Jahre noch einmal dritteln kann. Kursziel: 2 Euro!

Was ist aus der Deutschen Bank nur geworden?

Als ich im Jahr 1980 meine berufliche Karriere bei der Deutschen Bank startete, sagte mein Vater zu mir: „Junge, damit hast Du einen sicheren Arbeitsplatz bis zur Rente!“

Vermutlich würde er sich im Grabe herumdrehen, wenn er sehen könnte, was aus der von ihm einst so hoch geschätzten Bank geworden ist. Und ich bin heute heilfroh, dass ich schon im Jahr 1996 meine Karriere als Wertpapierberater bei diesem Institut beendet habe.

In den zurückliegenden 20 Jahren war die Deutsche Bank gefühlt an jedem nennenswerten, aufgedeckten Finanzskandal beteiligt. Geschätzte 15 Mrd. USD musste die einstmals größte Bank Deutschlands aufgrund von Verurteilungen seither schon an Strafzahlungen für ihre Verfehlungen leisten.

Es war so ziemlich alles dabei, was man sich an Abscheulichkeiten nur vorstellen kann: Manipulation von Zinssätzen und Edelmetallpreisen, Verleitung von Kunden zu spekulativen Zinswetten, Geldwäsche rund um den Globus, Mit-Verursacher der Finanzkrise 2008 aufgrund zweifelhafter US-Hypothekengeschäfte, illegale CumEx-Geschäfte, um nur einige zu nennen.

Hat hier vielleicht auch die eigene Aufsicht versagt? Das Institut muss sich diese Frage schon gefallen lassen:

Wie kann der Aufsichtsrats-Chef der Deutschen Bank (seit 2012), Paul Achleitner, nebenbei noch Aufsichtsratsmandate bei Bayer (seit April 2002; gewählt bis 2022) und Daimler (seit 2010, gewählt bis 2020) ausüben sowie Mitglied des Gesellschafterausschusses bei Henkel sein (Quelle: Wikipedia)?

Einige unglaubliche Zahlen

Seit 2014 hat die Deutsche Bank keinen Gewinn pro Aktie mehr verbuchen können. Dennoch wurden an die Aktionäre für die Geschäftsjahre 2016 bis 2018 insgesamt 846,3 Mio. Euro Dividenden ausgeschüttet – wovon eigentlich und mit welcher Berechtigung?

Auf die exorbitanten Kursverluste der Aktionäre war dies ohnehin bestenfalls ein Tropfen auf den berühmten heißen Stein. Was die Besitzer der Deutschen Bank indes weitaus mehr verärgern dürfte:

Allein in den zurückliegenden 8 Geschäftsjahren wurden geschätzt knapp 24 Mrd. Euro an Boni an Mitarbeiter, davon der Löwenanteil an ehemalige und amtierende Vorstandsmitglieder ausgezahlt!

Hier wurden und werden Führungspersonen auch noch dafür finanziell belohnt, dass sie dabei „halfen“, die renommierte Großbank in den Abgrund zu reiten!

Großinvestoren fliehen seit 2017 verschärft aus der Aktie

Der nachfolgende Chart verdeutlicht Ihnen, dass sich auch die Deutsche Bank-Aktie auf dem schrecklichen Weg in den Abgrund befindet:

Deutsche Bank: Großinvestoren fliehen seit 2017 aus der Aktie

Das On-Balance-Volumen zeigt Ihnen bekanntlich, wie sich die Großinvestoren in einem Markt verhalten. Die Indikator-Kurve spricht Bände: Der Ausverkauf der Aktie begann vor 12 ½ Jahren und hat sich seit 2017 noch einmal dramatisch beschleunigt!

Der im Kursverlauf der Aktie von mir eingezeichnete (gestrichelt rote) Abwärtstrend setzt schon einmal voraus, dass in Bälde neue Tiefstkurse erreicht werden. Der daraus abgeleitete Trend-Kanal offenbart, wohin die Reise der Deutsche Bank-Notierung in den nächsten 24 Monaten geht:

2 Euro sind ein realistisches Kursziel (blauer Pfeil und blauer Kreis)!

Charttechnik mit deutlichem Warnsignal

Falls Sie den von mir vorgezogenen Abwärtstrendkanal für unangebracht halten, sollten Sie einen Blick auf die nächste Grafik werfen:

Deutsche Bank: Ausbruch aus mächtigem symmetrischen Dreieck

Die Notierung der Deutschen Bank-Aktie ist in den letzten Tagen aus einem mächtigen symmetrischen Dreieck nach unten ausgebrochen (blaue Linien, gelber Kreis). Dieses Kursmuster hat in der Charttechnik die Funktion einer Konsolidierungs-Formation:

Sie wird stets in der Trendrichtung verlassen, die vor der Ausbildung geherrscht hat: Im Falle der Deutschen Bank-Aktie also abwärts!

Fazit

Meine Beiträge verfasse ich nun schon seit November 2008. In dieser Zeit habe ich Sie, meine Leser, unzählige Male vor einem Investment in die Deutsche Bank-Aktie gewarnt.

Zu recht, wie die Kurshistorie gezeigt hat.

Nun warne ich heute erneut vor einem Engagement in der Bank-Aktie. Sollte mein Kursziel von 2 Euro in den vor uns liegenden 24 Monaten Realität werden, dann bedeutet das vom aktuellen Niveau aus einen weiteren, drohenden Wertverlust von -68%!

Ich mag mir als ehemaliger Mitarbeiter, offen gestanden, gar nicht ausmalen, was ein  solches Desaster für das Unternehmen Deutsche Bank bedeutet.

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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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