Deutsche-Bank-Aktie: So läuft der Umbau

Die größten Brocken sind aus dem Weg geräumt, jetzt geht der Umbau vor Ort los – und der nimmt allmählich Gestalt an.

Die Deutsche Bank stellt dieser Tage die Weichen für ihre Ausrichtung in den kommenden Monaten und Jahren.

Erste konkrete Eckpunkte sind bereits bekannt geworden: So steht noch im Frühjahr eine Kapital-Erhöhung von rund 8 Mrd. € auf der Agenda.

Anlegern schmeckte das gar nicht, sie reagierten kürzlich mit deutlichen Abschlägen auf die Ankündigung. Immerhin werden ihre Anteile durch den Schritt immer weiter verwässert.

Das schmerzt, zumal die letzte Kapital-Erhöhung – in ähnlicher Größenordnung – noch gar nicht allzu lang zurückliegt:

Vor etwa 3 Jahren war das arabische Land Katar mit einem Investment von 2,2 Mrd. € als neuer Großinvestor eingestiegen.

Schmerzende Kapital-Erhöhung

Seinerzeit konnte die Deutsche Bank die Aktien zu 22,50 € das Stück loswerden. Bisher sieht es nicht so aus, als würde diese Marke erneut erreicht.

Trotz der Rally der vergangenen Monate, die Anfang Dezember noch einmal richtig Fahrt aufgenommen hat, scheiterte die Deutsche-Bank-Aktie bislang an der 20-€-Hürde.

In den vergangenen 6 Monaten konnte das Papier um gut 50% zulegen. Auf Jahressicht fällt das Kurs-Plus jedoch mit zuletzt rund 5% auch eher moderat aus.

Die Kapital-Erhöhung schmerzt, doch sie ist nur einer von mehreren Meilensteinen, die in den Frankfurter Zwillingstürmen in diesem Frühjahr auf den Weg gebracht werden.

Postbank wird nun doch integriert

Darüber hinaus hat man sich entschlossen, die Postbank nun doch nicht zu verkaufen, sondern das deutsche Privat- und Firmenkunden-Geschäft in die entsprechenden Geschäftsbereiche der Deutschen Bank zu integrieren.

In den vergangenen Jahren war immer wieder darüber nachgedacht worden, die Postbank wieder zu veräußern.

Auch personell sind bereits einige Würfel gefallen:

So wurde der bisherige Aufsichtsrats-Chef Paul Achleitner bei der Sitzung des Gremiums in dieser Woche für weitere 5 Jahre nominiert, muss jedoch durch die Hauptversammlung im Mai noch bestätigt werden.

Zudem gibt es auch neue Köpfe im Kontroll-Gremium:

Mit Gerhard Eschelbeck soll der Sicherheits-Chef des Suchmaschinen-Marktführers Google in den Aufsichtsrat einziehen.

Zudem wird mit Alexander Schütz auch ein Vertreter des chinesischen Großaktionärs HNA mit an Bord sein.

Deutsche-Bank-Aktie: Mit Vorsicht zu genießen

Doch auch wenn die Schlagzeilen dieser Tage einmal nicht von Skandalen bestimmt werden, sondern die Deutsche Bank den Eindruck vermittelt, nun endlich Nägeln mit Köpfen zu machen.

Der Aktionismus sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage, in der sich Deutschlands größtes Geldhaus befindet, nach wie vor als eher desolat zu bezeichnen ist.

Nach wie vor stehen tausende Rechtsstreitigkeiten an, selbst wenn einige Großbaustellen inzwischen als abgearbeitet gelten dürfen.

Und auch die Bilanz des vergangenen Jahres sah erneut alles andere als rosig aus – kein Wunder also, dass Analysten nach wie vor zur Vorsicht mahnen:

Von den zahlreichen Studien, die seit Monatsbeginn veröffentlicht wurden, empfehlen lediglich die Experten der equinet AG die Deutsche-Bank-Aktie zum Kauf mit einem Kursziel von 22 €.

Alle anderen zeigten sich zuletzt deutlich zurückhaltender, nicht wenige rechnen mit einem Kursrückgang; zuletzt war das Papier für rund 18 € zu haben.

2017-03-16 Deutsche Bank

17. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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