Deutsche Bank Aktie purzelt weiter abwärts

Nach dem Börsenbeben Ende Januar haben sich die meisten Papiere wieder gefangen – nicht so die Deutsche Bank Aktie, sie taumelt weiter. (Foto: Vytautas Kielaitis / Shutterstock.com)

Es wäre eine so dringend benötigte Erfolgsmeldung: Der Börsengang der DWS, einer Vermögensverwaltungstochter der Deutschen Bank, steht offenbar kurz bevor. Schon in wenigen Wochen könnten entsprechende Aktien im Frankfurter Wertpapierhandel zu haben sein.

Die DWS, die bis vor kurzem noch den Namen Deutsche Asset Management trug, steuert einen verlässlichen Anteil des Gewinns der Deutschen Bank bei. Allein im vergangenen Jahr summierten sich die Einnahmen vor Steuern auf 725 Millionen Euro.

Ambitionierte Pläne für DWS-Börsengang

Pläne, die Tochter auszugliedern, werden schon seit längerem verfolgt. Offenbar plant die Deutsche Bank, ein Viertel ihrer Anteile über die Börse in Streubesitz zu bringen, angestrebtes Ziel der Platzierung: 2 Milliarden Euro.

Kritiker halten eine solche Bewertung für reichlich ambitioniert und warnen zudem davor, dass die Deutsche Bank einen Teil ihres Tafelsilbers veräußert. Die geplante Struktur deutet jedoch darauf hin, dass die Deutsche Bank auch künftig das Zepter in der Hand behalten will: Als Rechtsform wird eine KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien) angestrebt, wobei bestimmte Entscheidungen nicht durch die Hauptversammlung getroffen werden, sondern weiterhin durch die Deutsche Bank. Auch auf personeller Ebene wird es demnach Verquickungen geben: Aufsichtsratsvorsitzender der DWS soll Karl von Rohr werden, der Rechtsvorstand der Deutschen Bank.

Ob es sich bei dem Schritt nun um einen Akt der Verzweiflung handelt oder um eine strategisch kluge Neuausrichtung, ist wohl Ansichtssache. Fakt ist: Die Deutsche Bank braucht dringend positive Schlagzeilen und die DWS gilt als heiße Anwärterin auf einen Platz im MDax, in dem mittelgroße Werte gelistet sind.

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Deutsche Bank Aktie weiterhin im Keller

Die Deutsche Bank Aktie taumelt unterdessen immer weiter abwärts. Vom Börsenbeben, das Ende Januar Aktien weltweit massiv unter Druck gesetzt hatte, konnte sie sich nur kurz erholen, seit einigen Tagen purzelt der Kurs wieder abwärts. Allein auf Wochensicht hat das Papier gut 7 Prozent an Wert eingebüßt. Am Freitag kostete die Deutsche Bank Aktie gerade einmal 12,55 Euro und somit gut 27 Prozent weniger als noch vor einem Jahr.

Trotz der günstigen Bewertung betrachten viele Analysten das Papier weiterhin mit großer Skepsis. Das Gros rät aktuell dazu, abzuwarten und das Papier zu halten. Die Kurszieleinschätzung dieser Analysten beläuft sich auf 12,70 Euro (Warburg Research) bis 16,30 Euro (UBS).

Mit weiter fallenden Kursen rechnen hingegen die Experten von S&P Capital (Kursziel: 13 Euro; „sell“) oder auch der Société Générale (Kursziel: 10,50 Euro; „sell“). Optimisten, die nach dem Durchstarter-Jahr der Commerzbank 2017 nun mit einem ähnlichen Erfolg für die Deutsche Bank Aktie in 2018 rechnen, sind aktuell eindeutig in der Minderheit.

Die Commerzbank Aktie hatte im vergangenen Jahr um mehr als 70 Prozentpunkte zugelegt und zählte somit zu den Top-Titeln im Dax. Die Deutsche Bank aber hat nach dem dritten Verlustjahr in Folge mit weiteren Baustellen zu kämpfen. Es dürfte noch eine Weile dauern, bis sich das Geldhaus das Vertrauen seiner Anleger wieder verdient hat.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.