Deutsche Bank am Abgrund

: Früher war die Deutsche Bank ein weltweit anerkannter Name der Finanzbranche – heute kämpft die Bank mit vielen Problemen. (Foto: Slava2009 / shutterstock.com)

Die Deutsche Bank steht wieder am Abgrund. Das ist ein Satz, der derzeit sehr stark nachhallt. Immerhin war das größte deutsche Geldinstitut einmal das Aushängeschild der deutschen Finanzindustrie. Doch diese Zeiten sind vorbei.

Erinnern wir uns kurz zurück. Im Herbst 2016 rutschte die Deutsche Bank Aktie unter die Marke von 10 €. Immer neue kostspieligere Rechtsstreitigkeiten und schwache operative Zahlen sorgten damals für den Negativtrend bei der Deutschen Bank. Doch danach keimte wieder etwas Hoffnung auf, dass die Deutsche Bank in die Erfolgsspur zurückgekehrt ist.

Bis Ende 2017 kletterte so die Aktie der Deutschen Bank wieder auf einen Wert von 17 € und vieles sah sehr viel besser aus. Die Lage hatte sich beruhigt. Das gleiche galt auch für die Eurozone, dort tauchten immer weniger Krisenherde auf. Aber die vergangenen Monate haben wieder eine Verschiebung gebracht. Operativ steht die Deutsche Bank immer noch unter Druck und hat in den zwei vergangenen Quartalen einen kleinen Gewinn ausgewiesen aber davor gab es immerhin 3 Verlustjahre in Folge. Und das ist nicht spurlos an der Bank vorübergezogen.

Zusätzlich hat das Vertrauen in die Führungsetage nachgelassen und so ist jetzt der neue Vorstandschef Christian Sewing der Hoffnungsträger der Deutschen Bank. Er soll den Abwärtstrend stoppen und als erstes hat er ein massives Stellenkürzungsprogramm angekündigt. So sollen rund 7.000 Vollzeitstellen in den kommenden Monaten wegfallen – vor allem beim früher sehr ertragreichen Investmentbanking in den USA und Großbritannien.

Miserables Banken-Management: Muss der Steuerzahler wieder einmal alles ausbaden?Die Finanzwelt kennt nur ein Thema: Wie katastrophal ist die Lage der systemrelevanten Deutschen Bank überhaupt? Und wenn sie weiter droht zu kippen, wird der deutsche Staat sie stützen? Sie… › mehr lesen

Sparprogramm wird erst mittelfristig Entlastung bringen

Mittelfristig mag das eine Verbesserung der Ertragslage für die Deutsche Bank bringen. Doch kurzfristig wird das zu einer starken Belastung führen. So erwartet selbst der Vorstand für das laufende Jahr Restrukturierung und Abfindungskosten von bis zu 800 Mio. €. So etwas hören Investoren nicht gern und so ist die Aktie jetzt wieder einmal klar unter die Marke von 10 EUR gerutscht.

Und als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, sorgt jetzt auch noch die aktuelle Diskussion um Italien für weiteren Druck bei der Deutschen Bank. Auch wenn das Kreditengagement der Deutschen Bank nur bei geschätzten 1,3 Mrd. € liegt. Das ist insgesamt ein negatives Zeichen für die gesamte Finanzbranche, dass jetzt wieder ein Land der Eurozone so unter Druck steht.

Bei einer Sache bin ich mir ziemlich sicher: Die schnelle Erholung werden wir bei der Deutschen Bank nicht sehen. Dafür haben sich die Marktbedingungen in den vergangenen Monaten zu sehr verschlechtert. Daher bleibe ich bei meiner Einschätzung: Bankaktien gehören nicht ins Depot, die Risiken sind einfach viel zu groß.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.