Deutsche Bank: ein „Chart des Grauens“

Die Deutsche Bank fliegt aus dem Euro Stoxx 50. Ein Ende der langjährigen Talfahrt ist weiterhin nicht in Sicht. (Foto: Vyautas Kielaitis/ shutterstock.com)

In meinem Wochenausblick habe ich Ihnen gestern darüber berichtet, dass die Commerzbank aller Voraussicht nach den DAX verlassen muss – die Folge einer seit Jahren desaströsen Kursentwicklung. Der Noch-DAX-Wert notiert 98% unter seinem historischen Hoch.

Trotz der katastrophalen Entwicklung finden sich nach wie vor in vielen Depots deutscher Anleger die Aktien der deutschen Großbanken. So ein Desaster können Sie sich jedoch ersparen, wenn Sie einige Punkte beachten.

Deutsche-Bank-Aktie fliegt aus dem Euro Stoxx 50

Nicht viel besser als bei der Commerzbank sieht es beim Branchenprimus Deutsche Bank aus. Aktionäre, die auf dem Höchststand im Jahr 2007 bei knapp 106 Euro eingestiegen sind, liegen mit ihren Papieren rund 91% im Verlust. Aktuell notiert der Kurs bei knapp unter 10 Euro und hat allein im laufenden Jahr fast 40% an Wert verloren.

Derzeit kommt die Deutsche Bank nur noch auf einen Börsenwert von 20 Mrd. Euro. Und ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht. Ein weiterer Tiefpunkt: Wie gestern bekannt wurde, muss die Deutsche Bank ihren Platz im europäischen Leitindex Euro Stoxx 50 räumen.

Vorsicht bei vermeintlichen Schnäppchen

Viele Anleger greifen gerne zu, wenn eine Aktie stark gefallen ist, weil sie dort besonders hohes Potenzial vermuten, ganz getreu dem Motto „Im Einkauf liegt der Gewinn“. Diese Schnäppchen-Mentalität ist weit verbreitet. Leider, muss ich sagen. Denn billig ist nicht immer auch preiswert.

Ist eine Aktie über längere Zeit stark gefallen, hat dies fast immer handfeste Gründe. Deshalb sollten Sie sich eines immer vor Augen halten: Egal, zu welchem (vermeintlich günstigen) Kurs Sie einsteigen – eine Aktie kann theoretisch immer um bis zu 100% fallen und Ihnen hohe Verluste einbringen. Der Gedanke „Die Aktie kann doch nicht mehr weiter fallen“ kann teuer werden…

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Der Kursverlauf ist eine Fieberkurve der Unternehmensentwicklung

Deshalb ist meine Herangehensweise eine gänzlich andere. Ich setze konsequent auf Aktien, die sich in einem stabilen Trend nach oben bewegen – möglichst seit vielen Jahren. Der längerfristige Kursverlauf ist immer eine Fieberkurve der Geschäftsentwicklung. Steigt der Aktienkurs über Jahre, können Sie davon ausgehen, dass das Unternehmen erfolgreich ist. Umgekehrt gilt: Geht es mit dem Aktienkurs über längere Zeit (ich rede nicht von kurzfristigen Korrekturen) bergab, ist dies ein klares Zeichen dafür, dass bei dem Unternehmen offenbar einiges schiefläuft.

Deshalb sollten Sie die Finger von Aktien lassen, deren Kursentwicklung seit Jahren nach unten zeigt. Und damit wären wir auch schon wieder bei der Deutschen Bank. Schauen Sie sich den langfristigen Kursverlauf an: ein „Chart des Grauens“!

Konzentrieren Sie sich auf Aktien mit positiven Trends

Egal, wann ein Anleger in den vergangenen Jahren – zu vermeintlichen Schnäppchenpreisen – gekauft hat, er liegt mit seinem Investment weit in der Verlustzone.

So etwas können Sie sich ersparen, wenn Sie um Aktien, die einen derart negativen Kursverlauf aufweisen, einen weiten Bogen machen. Dazu brauchen Sie auch keine umfangreichen Charttechnik-Kenntnisse. Normalerweise reicht ein kurzer Blick auf den längerfristigen Chart, und Sie wissen, wohin die Reise geht.

Konzentrieren Sie sich auf Werte, bei denen die Richtung nach oben zeigt, haben Sie schon einen riesigen Schritt zum dauerhaften Börsenerfolg gemacht. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein bestehender Trend fortsetzt, ist größer, als dass er sich umkehrt.


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Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.