Deutsche Bank: Folgen der Kapitalerhöhung für die Aktionäre

Die Möglichkeiten der Altaktionäre und was im Zusammenhang mit der Entscheidungsfindung jetzt wichtig ist. (Foto: Martin Good / Shutterstock.com)

Die Aktie der Deutschen Bank gehörte nach der angekündigten Kapitalerhöhung am gestrigen Handelstag mit einem Minus von 2,2% zu den größten DAX-Verlierern. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass Zustimmung (zu der geplanten Kapitalmaßnahme) anders aussieht.

Doch Aktienverkäufe, die gestern den Kurs der Deutsche Bank-Aktie drückten, sind nach der Ankündigung einer Kapitalerhöhung zunächst einmal nichts ungewöhnliches. Auch war es bereits vor dem vergangenen Wochenende, an dem die Pläne publik wurden, schon absehbar, dass es eine derartige Kapitalmaßnahme geben wird – spätestens seit der Präsentation des Jahresergebnisses.

Daher überraschte lediglich die Größenordnung der Kapitalerhöhung einige Analysten. Nachdem wir uns erneut einigen Zahlen und Fakten gewidmet haben, werde ich jetzt – wie in der gestrigen Ausgabe versprochen – auf die Folgen der Kapitalerhöhung für die Altaktionäre der Deutschen Bank eingehen.

Die grundsätzlichen Möglichkeiten der Altaktionäre

Zunächst einmal gibt es drei Möglichkeiten für die Altaktionäre im Zusammenhang mit der geplanten Kapitalerhöhung: Teilnehmen, nicht Teilnehmen oder nicht Teilnehmen und die bislang gehaltenen Anteile verkaufen.

Wer von der ersten Möglichkeit, der Teilnahme an der Kapitalerhöhung, gebrauch machen will, muss frisches Geld investieren. Ein Vorteil ist, dass der bisherige Anteil an der Deutschen Bank dadurch nicht verwässert wird.

Ein denkbarer Nachteil ist jedoch, dass die Aktionäre gegebenenfalls schlechtem Geld gutes Geld hinterherwerfen. Soll heißen: Es besteht die Möglichkeit, dass die Verluste, die viele Altaktionäre bereits im Zusammenhang mit ihren Deutsche Bank-Aktien erleiden mussten, sich noch ausweiten könnten.

Wenn Sie als Altaktionär nicht Teilnehmen, wird Ihr Anteil verwässert. Das bedeutet: Durch die Kapitalerhöhung wächst – wenn Sie so wollen – die Größe des Kuchens und Ihr Anteil am Kuchen wird, wenn Sie an der Kapitalerhöhung nicht teilnehmen, kleiner.

Im Ergebnis verliert Ihr Anteil am Kuchen (also Ihr Aktienpaket) an Wert. Die dritte Möglichkeit ist ein Verkauf der bislang gehaltenen Deutsche Bank-Aktien. Ein daraus resultierender Nachteil könnte sein, dass Sie von eventuell künftig steigenden Kursen nicht mehr profitieren würden.

Die Pläne der Deutschen Bank müssen aufgehen

Damit langjährige Aktionäre der Deutschen Bank eine Chance darauf haben, dass sie einen Teil der bislang mit dieser Aktien-Position wahrscheinlich erlittenen Verluste wieder ausgleichen können, müssen die Pläne der Deutschen Bank hinsichtlich der Verwendung des frischen Kapitals aufgehen.

Zur kurzen Erläuterung: Der Höchstkurs der Deutsche Bank-Aktie lag am 11.05.2007 bei 117,75 Euro und der aktuelle Kurs liegt bei rund 30 Euro.

Zu den Plänen hinsichtlich der Verwendung des frischen Kapitals durch die Deutsche Bank habe ich gestern schon geschrieben, dass das Geldinstitut das Asien-Geschäft erweitern, den Marktanteil in den USA im Investmentbanking ausbauen und die Eigenkapitalausstattung verbessern will.

Der ehemalige Leiter der Investmentsparte und aktueller Co-Chef Anshu Jain will die Bank im Bereich des Investmentbankings (vor allem durch den Ausbau der Marktanteile in den USA) wieder in die Weltspitze führen. Sollten sich die Pläne der Deutschen Bank im Nachhinein als erfolgreich erweisen, sollte dann auch die Teilnahme an der Kapitalerhöhung Rückblickend positiv zu werten sein.

Entscheidende Frage: Was trauen Sie der Deutschen Bank zu

Daher stellt sich für Altaktionäre der Deutschen Bank eine entscheidende Frage: Was trauen Sie der Deutschen Bank in Zukunft zu? Erwarten Sie, dass die Pläne der Deutschen Bank aufgehen und diese dadurch vor bessere Zeiten steht? Wenn Sie diese Frage für sich mit „ja“ beantworten können, sollten Sie an der Kapitalerhöhung teilnehmen und den besseren Zeiten entgegensehen.

Lautet Ihre Antwort auf die Frage jedoch „nein“, so sollten Sie sich von Ihren Deutsche Bank Aktien trennen und an folgendes Sprichwort denken: „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Tobias Schöneich. Zusätzlich erhalten Sie kostenlose E-Mail Updates zu den profitabelsten Börsengeschäften.

Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die deutsche Wirtschaft AG
Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt