Deutsche Bank im Kreuzfeuer | Italien bekommt Regierung

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Deutsche Bank wieder herabgestuft während Italien sich zusammenrauft und eine Regierung bilden kann. Währungen und Bank sind aktuell spannend. (Foto: Martin Good / Shutterstock.com)

Die Nachrichten für den DAX machen einen Spagat. Italien bekommt jetzt offenbar doch ohne Neuwahlen eine Regierung. Somit steigen europaweit die Kurse. Nur der Euro zieht nicht so ganz mit. Dagegen hat die Ratingagentur S&P die Deutsche Bank auf A- herabgestuft.

Das Positive überwiegt

Die Unsicherheit aus den Märkten ist weg. Italien erhält eine Regierung und der DAX macht wieder Punkte gut. Das Tief der Woche lag bereits bei unter 12.600. Letzte Woche hatten wir schon an der 13.200 gekratzt. So schnell geht es immer, wenn die Politik die Kurse bestimmt.

Blicken wir einmal auf den Wochenchart des DAX auf Jahressicht. Da sieht der Mai schon nicht mehr so schön aus. Eigentlich kann nur der April überzeugen. Alle anderen Monate sind zum Vergessen.

Dass wir diese Woche an der exponentiellen 50-Wochenlinie gedreht haben, kann Zufall sein. Wie Sie im Chart sehen, ist diese selten von Bedeutung.

Im Tageschart verläuft die 200-Tagelinie übrigens bei 12.734 Punkten. Darüber sollten wir die Woche beschließen, dann können die Kurse auch nächste Woche weiter anziehen und sich vom Italien-Schock erholen.

Deutsche Bank wird abgewertet

Die Aktie der Deutschen Bank hat schon bessere Zeit gesehen und die sind lange her. Wenn wir bedenken, dass die Kurse vor der Finanzkrise bei 90 Euro standen und wir aktuell bei 9 Euro stehen, ist das schon gewaltig. Ein wichtige Bank in Deutschland verbrennt 90 Prozent von ihrem Aktienwert. Dass jetzt auch noch S&P Salz in die Wunde streut, erschwert das Thema zusätzlich.

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Doch ganz so dramatisch ist es wohl nicht aus Anlegersicht. Wir sind zwar diese Woche unter die wichtige Marke bei 10 Euro gefallen, doch bereits heute kommen Unterstützungskäufe und die Aktie konnte bereits wieder drei Prozent zulegen.

Der Chart des Jahres sieht dennoch nicht verlockend aus. Vermutlich haben jetzt einige Spekulanten die Hoffnung, dass die Kurse nach diesem Schritt jetzt wieder Potential haben.

Eventuell wird auch auf eine Unterstützung seitens der Politik und EZB gehofft. Noch muss die Deutsche Bank nicht gerettet werden – außer vor sich selbst.

Solange die Kurse aber unter der blauen 50-Tagelinie verweilen, können Sie hier nur aus blindem Vertrauen kaufen. Richtig gute Kaufgelegenheiten sehen anders aus. Die DB steht ja auch erst mit einem A- bei der Ratingagentur in den Büchern. Das kann noch schlechter werden. Hoffen wir es nicht. Ein erstes positives Zeichen wäre aus Chart-Sicht, wenn die Kurse die SMA-50 knacken und dann auch die Marke über 12 Euro bezwingen würden. Ob und wann das kommt, ist derzeit nicht zu sagen.

Eines steht fest: Die Banken geraten wieder in Kreuzfeuer. Nach Italien wurde jetzt die Deutsche Bank attackiert. Wäre zu schön, wenn es das schon war und ab sofort wieder Ruhe einkehren würde.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.