Deutsche Bank: Jetzt ist die nächste Strafzahlung fällig

Im Fall der russischen Geldwäsche muss die Deutsche Bank jetzt knapp 600 Mio. € Strafe zahlen. Doch das lässt die Aktie sogar steigen. (Foto: Slava2009 / shutterstock.com)

Wir leben derzeit schon in verrückten Zeiten. Ein Beispiel dafür ist die aktuelle Entwicklung der Deutschen Bank.

In dieser Woche macht das größte deutsche Finanz-Institut gleich mit 2 Meldungen von sich reden.

So hat die Deutsche Bank jetzt einen Geldwäsche-Skandal in Russland beilegen können. Die Strafzahlungen fallen mit knapp 600 Mio. € deutlich geringer aus als von Experten erwartet.

Auch die Bank selbst hatte einen größeren Schaden erwartet, denn die Rückstellung für den Skandal betrug nach Angaben von Experten wohl rund 1 Mrd. €.

Geldwäsche bei russischen Kunden wird teuer für Deutsche Bank

Da die Strafe nun geringer ausfällt als erwartet, steigt die Aktie wieder über die Marke von 19 € und damit auf den höchsten Stand seit Januar 2016.

Doch dieser Geldwäsche-Skandal wirft einmal mehr kein gutes Licht auf das ehemalige Vorzeige-Institut der deutschen Banken-Szene.

So haben wohl jahrelang russische Investoren ihr Rubel Schwarzgeld waschen können. Die Deutsche Bank hat hier wohl bei der Kontrolle der Geldquelle komplett versagt.

Deshalb ist jetzt diese hohe Strafzahlung fällig. Das ist nur ein weiterer negativer Aspekt für die Deutsche Bank, die auch zuletzt schon unter zahlreichen Skandalen gelitten hat.

Und eine Sache muss man sich wirklich einmal genau überlegen:

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Die massiven Kurs-Zuwächse der vergangenen Monate basieren in weiten Teilen darauf, dass bei nachgewiesenen Verfehlungen der Bank die Strafen geringer als erwartet ausgefallen sind.

Zunächst einmal war es so bei dem Streit um die US-Hypotheken-Krise. Jetzt ist es so bei der Auseinandersetzung um die Geldwäsche aus Russland.

2017 wird die Deutsche Bank wohl in die Gewinnzone zurückkehren

Die 2. Meldung der Deutschen Bank lässt ebenfalls aufhorchen:

So erwartet die Führungs-Etage Deutschen Bank für 2017 die Rückkehr in die Gewinnzone. 2015 hatte es seinen Rekordverlust von 6,8 Mrd. € gegeben.

In wenigen Tagen wird die aktuelle Bilanz zum Geschäftsjahr 2016 vorgelegt. Hier liegt die Analysten-Erwartung bei einem Verlust von rund 900 Mio. €.

Wenn jetzt die Deutsche Bank in Aussicht gestellt, wieder Gewinne zu erzielen, reicht das auch schon aus, um die Aktie anzuschieben.

Denken wir einfach einmal 10 Jahre zurück und stellen uns eben diese Meldung vor: „Deutsche Bank will wieder Gewinne machen.“

So etwas hätte damals zu massiven Kurs-Turbulenzen geführt. Genau die haben wir ja auch bei der Deutschen Bank im den vergangenen 12 Monaten gesehen.

Doch seit Oktober kannte die Aktie nur eine Richtung: nach oben. Diese Basis ist extrem brüchig und hier droht schon bald wieder deutlichen Rückgang.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.