Deutsche Bank: Kommt die Commerzbank-Fusion doch noch?

Neuer Schwung für die Aktien von Commerzbank und Deutscher Bank – der Grund dafür ist der Einstieg eines berüchtigten Investors. (Foto: Michael715 / shutterstock.com)

In Frankfurt macht derzeit ein Gerücht die Runde, das die meisten eigentlich schon im letzten Jahr zu den Akten gelegt hatten: eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank.

Darüber war bereits viel spekuliert worden, hinter verschlossenen Türen gab es wohl Verhandlungen.

Doch am Ende blieben die beiden größten Geldhäuser Deutschlands eigenständig – zumindest vorläufig.

Berüchtigter Investor kauft sich bei deutschen Banken ein

Denn die Commerzbank kann sich bekanntlich vor Interessenten kaum retten:

Denkbar wäre etwa ein Zusammenschluss mit der französischen PNB Paribas, der als politisch noch am ehesten erwünscht gilt.

Eine deutsch-französische Großbank wäre ein starkes Signal in Richtung Europa. Doch die Signale, die momentan von Berlin in Richtung Europa gesandt werden, sind bekanntlich andere…

Solange sich die Parteien dort auf keine Koalition einigen können, liegt die internationale Politik-Gestaltung weitgehend brach.

Ganz anders das Bild an der Börse – denn seit der letzten, ergebnislosen Gerüchteküche um Commerzbank und Deutsche Bank wurden die Karten neu gemischt:

Mit Cerberus ist nun ein ebenso aggressiver wie öffentlich schweigsamer US-Investor innerhalb kurzer Zeit hintereinander bei beiden Banken eingestiegen:

Erst wurde bekannt, dass Cerberus sich gut 5% der Anteile an der Commerzbank gesichert hat. Wenig später war von einem 3-prozentigen Einstieg bei der Deutschen Bank die Rede.

Bringt sich der Private-Equity-Investor also gerade strategisch in Stellung, um bei einer Fusion den größtmöglichen Benefit für sich und seine Kunden herauszuschlagen? – Möglich.

Bringt Cerberus die Banken wieder auf Vordermann?

Als ziemlich wahrscheinlich darf aber immerhin gelten, dass Cerberus in Sachen Rendite auf die Tube drücken wird. Denn die Firma verspricht ihren Kunden eine Rendite von 18 – 22%.

Was normalerweise als Alarmsignal zu gelten hat, weil es als unrealistisches Versprechen gilt, wird hier jedoch tatsächlich eingelöst:

In mehr als 300 Firmen hat Cerberus seit seiner Gründung im Jahr 1999 bereits investiert – und sagenhafte Renditen erwirtschaftet.

Das Unternehmen würde also kaum in die deutschen Banken investieren, wenn es sich nicht auch hier enorme Erträge verspräche.

Für Anleger ist das eine gute Nachricht, denn:

  1. steckt demnach offenbar deutlich mehr Potenzial in den Papieren, als hierzulande derzeit gemeinhin angenommen wird.
  2. wird Cerberus massiv darauf hinwirken dieses Potenzial auch zu bergen.

Deutsche-Bank-Aktie: Rendite auf Kosten der Angestellten

Was für gewinnorientierte Investoren gut ist, dürfte sich für die Belegschaft als Hiobsbotschaft entpuppen:

Schnelle Ertrags-Steigerung erfolgt meist über massiven Stellen-Abbau. Auch die Deutsche Bank hat damit bereits öffentlich geliebäugelt.

So dürften den bereits angekündigten tausenden entfallenden Arbeitsplätzen etliche weitere folgen.

Cerberus dürfte mit entsprechendem Ansinnen in den Vorständen – v. a. dem der Deutschen Bank – offene Türen einrennen.

Aus Anlegersicht zahlt sich das Ganze jetzt schon aus: Schon der Einstieg des aktivistischen Investors wirkte wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.

Allein die Erwartung, dass Cerberus nun auf höhere Rendite hinwirken wird, ließ die Aktienkurse zuletzt kräftig ansteigen.

Auf Jahressicht bewegt sich die Deutsche-Bank-Aktie derzeit rund 20% im Plus bei etwa 16 €, allein auf Monatssicht konnte sie 2-stellig zulegen.

Die Commerzbank-Aktie ist im laufenden Jahr stetig angestiegen und verbucht auf Jahressicht inzwischen ein sattes Plus von 77%. Das Papier ist derzeit für rund 12 € zu haben.

2017-11-23 Deutsche Bank

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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