Deutsche Bank – mehr als ein Strohfeuer?

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Die Deutsche Bank schreibt seit Jahren keine Erfolgsgeschichten. Doch wie startet der Konzern ins neue Jahrzehnt? Wir haben den Wert für Sie analysiert. (Foto: Slava2009 / shutterstock.com)

Die ersten Handelstage des jungen Jahres starteten überraschend: Ausgerechnet die Aktie der Deutschen Bank war im DAX am erfolgreichsten. Doch wie sieht es langfristig mit dem Wert aus? Die Bankenlandschaft ist von verschiedenen Umbrüchen gekennzeichnet. Die Niedrigzinsphase lässt klassische Einkommensquellen wegbrechen und neue Herausforderer machen das Geschäft mit Privatkunden oftmals besser und vor allem digitaler.

Wie geht es mit der Aktie also weiter? Bevor wir zur Analyse kommen, ein paar Fakten rund um die Deutsche Bank. Die Deutsche Bank ist die größte Geschäftsbank Deutschlands und seit der Integration von Bankers Trust eines der führenden internationalen Finanzhäuser. Die Geschäftsaktivitäten umfassen Bankdienstleistungen aller Art. Die Konzernstruktur ist in die drei Unternehmensbereiche Firmenkunden & Investment Bank (CIB), Privatkunden & Vermögensverwaltung (PCAM) und Unternehmens-Beteiligungen (CI) gegliedert. Übernahme der Postbank 2010.

Die Schrumpfkur hält an

Die  Deutsche Bank versucht sich gesund zu schrumpfen. Vorerst führt der Konzernumbau jedoch zu hohen Verlusten. Auch 2019 wird die  Deutsche Bank voraussichtlich rote Zahlen schreiben. Durch die Aufgabe einiger Geschäftsbereiche und die Verkleinerung der Investmentbank sanken die Bruttoeinnahmen in den ersten 9 Monaten um 9,8% auf 17,8 Mrd €. Da für die Restrukturierung zunächst hohe Kosten anfielen, sind die Aufwendungen im gleichen Zeitraum sogar gestiegen.

Unter dem Strich stand ein Verlust von 4,1 Mrd €, nachdem im Vorjahr erstmals seit Jahren wieder ein kleiner Gewinn erzielt werden konnte. Ein Lichtblick sind die Mittelzuflüsse bei der Vermögensverwaltungstochter DWS. Erstmals seit der Postbankübernahme im Jahr 2010 hat die  Deutsche Bank zudem wieder weniger als 90.000 Mitarbeiter. Diese Zahl soll bis 2022 auf 74.000 sinken. Die Verkleinerung soll der Bank dabei helfen, wieder profitabel zu arbeiten.

Fruchten die Sparmaßnahmen?

Risikopositionen werden systematisch abgebaut. Die Gesamtverschuldung sank seit Jahresbeginn um 104 Mrd € auf 177 Mrd €. Bis Jahresende liegt das Ziel bei 119 Mrd €. Alle Maßnahmen dienen dem Ziel, die Kosten zu senken, auch wenn die  Deutsche Bank dabei ihren Anspruch als globale Leitbank zum Teil aufgibt.

Angesichts der Niedrigzinsen in der EU spielt mittlerweile auch die  Deutsche Bank mit dem Gedanken Negativzinsen einzuführen. Zudem finden sich im Geschäftsbericht Hinweise auf steigende Gebühren für die Bankdienstleistungen. Die  Deutsche Bank steckt trotz jahrelanger Sparmaßnahmen noch immer tief in der Krise. Bleiben Sie der Aktie besser fern!

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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