Deutsche Bank verliert wieder einmal einen Prozess

Deutsche BankImmer wieder schafft es die Deutsche Bank, das größte Bankhaus Deutschlands, für Negativschlagzeilen zu sorgen. Zuletzt ging es vor wenigen Wochen auf der Hauptversammlung hoch her. Denn dort entlud sich der Unmut vieler Aktionäre und Aktionärsvertreter.

Ein Aufreger: Die Rekordstrafe von 2,5 Mrd. US-Dollar, zu der die Deutsche Bank im April 2015 wegen ihrer Rolle in der Zinsaffäre verdonnert wurde. Jetzt folgt die nächste derartige Niederlage für die Deutsche Bank.

Einige Details zur jüngsten Prozessniederlage

Das Landgericht Köln hat in einem neuen Urteil einem Kläger Recht gegeben, der das Kölner Bankhaus Sal. Oppenheim, das im Jahr 2009 von der Deutschen Bank gekauft wurde, wegen Falschberatung verklagt hatte. Der Kläger, ein ehemaliger Unternehmensberater, hatte 1,5 Mio. Euro in einen sogenannten geschlossenen Immobilienfonds investiert.

Dieser geschlossene Fonds hatte in Potsdam ein Warenhaus für Karstadt saniert und für 30 Jahre an den Handelskonzern vermietet. Aufgelegt hatte den Fonds im Jahr 2001 der Troisdorfer Immobilienunternehmer Josef Esch in Zusammenarbeit mit Sal. Oppenheim.

Der Kläger Kajus Rottok hatte dem Bankhaus vorgeworfen, er sei vor der Zeichnung seiner Anteile über bestimmte Risiken nicht ausreichend informiert worden. Die Bank hatte dem widersprochen. Das Gericht gab dem Kläger jetzt jedoch Recht.

Das Bankhaus muss ihm knapp 880.000 Euro Schadenersatz zahlen, Kredite über knapp 800.000 Euro ablösen, mit denen er sein Investment über die Sparkasse Köln-Bonn finanziert hatte, und die Fondsanteile zurücknehmen. Sal. Oppenheim teilte daraufhin mit, dass man die schriftliche Urteilsbegründung zunächst prüfen werde und sich weitere Schritte vorbehalte.

Worüber die Bank den Kläger hätte informieren müssen

Stefan Singbartl, der zuständige Richter am Landgericht in Köln, störte sich vor allem an zwei Punkten, von denen ich den wichtigsten jetzt etwas näher ausführen möchte: Die Bank hätte den Anleger darüber aufklären müssen, dass Karstadt (später Arcandor) bei Abschluss des Mietvertrages von Oppenheim-Esch fast 16 Mio. Euro erhalten hatte.

Nach Ansicht des Klägers sei diese Millionenzahlung als Ausgleich dafür geflossen, dass Karstadt eine zu hohe Miete akzeptierte. Der Warenhauskonzern, der schon damals knapp bei Kasse war, konnte auf diese Weise kurzfristig einen Millionenertrag generieren und diesen gegen langfristige Belastungen eintauschen.

Der Vorteil des Anbieters dieses Immobilieninvestments, also Oppenheim-Esch: Es konnte durch die höhere Miete eine geschönte Rentabilität ausgewiesen werden.

Fazit: Bankaktien bleiben weiterhin riskant

All diese Negativmeldungen aus der Bankenbranche zeigen vor allem eines: Sie als Aktionäre sollten bis auf weiteres Bank-Aktien meiden. Denn wo und wann die nächsten Negativschlagzeilen auftauchen oder Milliardenstrafen verhängt werden, ist völlig unkalkulierbar.

Auch wenn Bank-Aktien zum Teil sehr günstig bewertet zu sein scheinen, sind die Risiken aus meiner Sicht nach wie vor zu groß, als dass sich ein Einstieg anbieten würde. Dies gilt zumindest für Anleger, die nicht bereits sind, größere Risiken einzugehen.

3. Juni 2015

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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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