Deutsche Bauwirtschaft boomt nach wie vor

Die deutsche Bauwirtschaft boomte nicht nur in den vergangenen Jahren, sondern sie wird es auch 2018 tun. Erfahren Sie jetzt die Details. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Der deutsche Leitindex DAX hat sich heute wieder Richtung 13.000 Punkte vorgekämpft. Fundamental ist das auch gerechtfertigt, da viele Schlüsselbranchen der deutschen Wirtschaft gut laufen. Gestern habe ich Ihnen hier im „Schlussgong“ die Maschinenbau-Branche vorgestellt, heute folgt die Bauwirtschaft.

Unter anderem aufgrund der niedrigen Zinsen und des hohen Wohnungsbedarfs in Ballungszentren boomt die deutsche Bauwirtschaft seit geraumer Zeit. Das ist nicht neu. Neu ist jedoch, dass die Umsatzprognose für die deutsche Bauwirtschaft kurz vor Ablauf des Jahres 2017 noch einmal (bereits das 2. Mal in dem Jahr) angehoben wurde und schlussendlich womöglich erneut übertroffen wird.

Der Hauptverband der deutschen Bauindustrie hat vor Jahresfrist seine Umsatzprognose für 2017 von 6 auf 7% Wachstum angehoben. Ursprünglich rechnete der Verband mit einem Branchen-Umsatzwachstum von 5%. Betrachtet man die schlechte Witterung hierzulande zu Beginn des vergangenen Jahres, ist diese Entwicklung umso beachtlicher.

Und es ist nicht auszuschließen, dass das Wachstum am Ende sogar noch größer ausfällt. Schließlich lagen die kumulierten Umsätze der Branche Ende Oktober bereits nominal um 9% über dem vergleichbaren Vorjahresniveau.

Das kräftige Wachstum wird 2018 anhalten

Und es wird im laufenden Jahr positiv weitergehen. Da der Bedarf an zusätzlichem Wohnraum in den Ballungszentren nach wie vor hoch ist und die öffentlichen Investitionen in die Infrastruktur anziehen, ist damit zu rechnen, dass auch das laufende Jahr 2018 ein gutes bis sehr gutes für die heimische Bauwirtschaft wird.

Der Hauptverband der deutschen Bauwirtschaft geht für Betriebe im deutschen Bauhauptgewerbe mit 20 oder mehr Beschäftigten für 2018 von einem Umsatzplus von nominal 5% aus.

Auch die Betriebe selbst sind optimistisch: 86% der im Rahmen des Ifo-Konjunkturtests Mitte Dezember 2017 befragten deutschen Bauunternehmen erwarten in den kommenden 6 Monaten eine noch bessere oder zumindest gleichbleibend gute Geschäftslage.

Noch nie waren zum Ende eines Jahres so viele Bauunternehmen hierzulande so positiv gestimmt, betont der Branchenverband.

Auftragsflut kann kaum bewältigt werden

Viele Bauunternehmen, Architekten und Handwerker stoßen derzeit an ihre Kapazitäts-Grenzen. Die Baufirmen sind heute noch stärker ausgelastet als in den Boom-Jahren nach der Wiedervereinigung.

„Offensichtlich haben sie derzeit Schwierigkeiten, eingehende Aufträge abzuarbeiten“, so Claus Michelsen vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) bereits zu Beginn des vergangenen Jahres. Daher müssen Kunden vielerorts länger warten oder mehr Geld bezahlen. Das weiß ich aus eigener Erfahrung und auch aus meinem Bekanntenkreis.

Die Profiteure des Bau-Booms

Kommen wir abschließend noch zu den Profiteuren des Bau-Booms. Dazu zählen u. a. die kleineren Bau-Unternehmen sowie deren Zulieferer. Die gute Nachricht: Viele von diesen Werten, die an der Börse notieren, sind noch nicht heiß gelaufen, sondern nur moderat bewertet.

Zu nennen sind hier Unternehmen wie die Helma Eigenheimbau AG (Haus- und Wohnungsbau), Steico, Westag & Getalit, Geberit (alles Bauzulieferer), aber auch Bau-Unternehmen wie Porr. Porr ist zwar ein österreichisches Unternehmen – erzielt inzwischen aber einen guten Teil seines Umsatzes in Deutschland.

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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