Deutsche Börse kauft weiter zu und setzt auf Wachstum im Fondsgeschäft

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Deutsche Börse: Börsenbetreiber setzt Einkaufstour ungebremst fort. Übernahme soll wachstumsstarkes Fondsgeschäft stärken (Foto: Deutsche Börse AG)

Die Deutsche Börse bleibt weiter auf Wachstumskurs und setzt dabei auch auf Zukäufe: Gerade gab der Marktbetreiber bekannt, in einem millionenschweren Deal die Fondsvertriebsplattform Fondcenter AG von der UBS zu schlucken. Mit dem Zukauf katapultiert sich die Deutsche Börse im wachstumsstarken Fondsgeschäft in eine neue Größenordnung. Immerhin ist das Objekt der Begierde rund sechsmal so groß wie die in 2018 zugekaufte Swisscanto Funds Centre, mit der die Deutsche Börse das Geschäft aufgebaut hat.

Deutsche Börse übernimmt Mehrheit an Vertriebsplattform

Für umgerechnet rund 360 Millionen Euro übernimmt der Börsenbetreiber 51,2 % an der Fondcenter AG, der Fondsvertriebsplattform der Schweizer Großbank UBS. Die restlichen Anteile verbleiben vorerst bei der Schweizer Großbank UBS.

Die Intention hinter dem Deal: Die Plattform soll mit dem Fund-Desk, Fondsvertriebsservice von Clearstream, zusammengeführt werden. Darüber hinaus wollen UBS und Deutsche Börse eine langfristige Kooperationsvereinbarung abschließen, in deren Rahmen Clearstream dem Institut verschiedene Dienstleistungen bereitstellt.

Fondsgeschäft wird durch Übernahme massiv ausgebaut

Durch die Zusammenlegung entsteht die zweitgrößte B2B-Fondsvertriebsplattform hinter der Allfunds, die im Jahr 2000 gegründet wurde und im zurückliegenden Jahr die B2B-Plattform Investlab der Credit Suisse übernommen hat. Fund Desk ist aus der 2018 erfolgten Übernahme der Swisscanto Funds Centre hervorgegangen und neben dem Fondsabwicklungsdienst Vestima einer von zwei Bereichen des Investment-Fund-Services-Segments von Clearstream.

Das Fondsdienstleistungsgeschäft gilt auf Grund seiner hohen Zuwachsraten als hochattraktiv. Zuletzt legten die Erlöse in dem Bereich der Deutschen Börse um 17% zu. Die Fondcenter AG geht auch in den kommenden Jahren von zweistelligen Wachstumsraten aus.

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Masse entscheidend im Plattformgeschäft

Die Dimension des Deals ist durchaus beachtlich: Laut der UBS wird die aus der Kombination entstehende Plattform ein verwaltetes Vermögen von mehr als 230 Milliarden Dollar umfassen. Zugleich sollen rund 340 Vertriebspartner mit über 450 Fondsgesellschaften und mehr als 75.000 Fonds und Anteilsklassen verbunden werden.

Von der Transaktion erhofft sich die Deutsche Börse signifikante Erlössynergien. Hierzu soll besonders der Zugang zum vielfältigen Fondsangebot der UBS beitragen

Zukäufe sollen Geschäft verbreitern

Mit dem Zukauf setzt die Deutsche Börse ihre Expansionsstrategie über Akquisitionen weiter fort. Mit dem Erwerb der Devisenhandelsplattform 360T für 725 Millionen Euro oder dem Softwareanbeiter Axioma für 850 Millionen Euro hat der DAX-Konzern in den letzten Jahren seine Verbreiterung des Geschäftsmodells mit Hochdruck vorangetrieben. Sie müssen wissen: Firmenboss Theodor Weimer will das Unternehmen unabhängiger vom Aktien- und Derivategeschäft machen.

Die Aktionäre scheinen die Strategie zu mögen. Gestern kletterte der Marktwert der Deutsche Börse-Aktie erstmals in der Firmengeschichte auf über 28,5 Milliarden Euro.


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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