Deutsche Exporte auf Rekordniveau

Am heutigen Montag meldete das Statistische Bundesamt für den Monat November 2016 einen neuen Rekord für deutsche Exporte.

Der alte Rekordwert von März 2015 wurde um knapp 1 Mrd. € übertroffen.

Exporte brummen wie nie

Volker Treier, Außenwirtschafts-Chef des Deutschen Industrie- und Handelskammerverbandes (DIHK), kommentierte die Zahlen wie folgt: „Es macht sich Erleichterung breit“.

Weiterhin sagte er, dass der schwache Euro v. a. das US-Geschäft ankurbelt, während sich China und die Ölförderländer wieder gefangen haben.

Insgesamt verkauften die deutschen Exporteure im November 2016 Waren und Dienstleistungen im Wert von 108,5 Mrd. € ins Ausland – und damit so viel wie noch nie innerhalb eines Monats.

Neben dem starken US-Geschäft und der Belebung der Wirtschaft in China und den Ölförderländern profitierten die deutschen Exporteure zuletzt auch von einer starken Nachfrage aus der Euro-Zone.

Verglichen mit dem Vormonat wuchsen die Exporte in die Euro-Zone um 3,9% – und damit so kräftig wie seit 4,5 Jahren nicht mehr. Volkswirte hatten im Vorfeld nur ein Plus von 0,5% erwartet.

Auch Importe und Produktion legten zu

Auch die Einfuhren (Importe) legten im November 2016 stärker als erwartet zu: Sie stiegen im Vergleich zum Vormonat um 3,5%. Erwartet wurde hier lediglich ein Plus von 1,1%.

Ebenfalls robust entwickelte sich die Produktion des verarbeitenden Gewerbes: Hier steht für November ein Plus von 0,4% gegenüber dem Vormonat zu Buche.

Die enger gefasste Industrie-Produktion stieg im November ebenfalls um 0,4% gegenüber dem Vormonat. Auch die Fertigung von Konsum- und Vorleistungs-Gütern legte zu.

Leicht rückläufig war dagegen die Produktion von Investitions-Gütern. Allerdings muss hier relativierend gesagt werden, dass es im Vormonat einen starken Anstieg gab und damit die Hürde extrem hoch lag.

Zu dem insgesamt sehr erfreulichen Plus bei der Produktion trug in großem Maße auch die Bauproduktion bei, die um 1,5% gegenüber dem Vormonat zulegen konnte.

Vieles spricht für Bestätigung des positiven Trends

Da sich die chinesische Wirtschaft weiterhin positiv entwickelt, die wirtschaftliche Lage in den Ölförderländern sich nicht wieder verschlechtert hat und der Euro weiterhin schwächelt, spricht vieles dafür, dass das Niveau bei den Exporten hoch bleibt.

Auch Andreas Rees, Deutschland-Chefvolkswirt bei der Bank Unicredit, geht weiterhin von einer positiven Entwicklung bei der Produktion und bei den Exporten aus:

Nach seiner Beobachtung gebe es eine substanzielle Überschuss-Nachfrage, die noch abgebaut werden müsse.

Zwar gibt es auch in diesem Jahr wieder zahlreiche politische Risiken.

Doch das Jahr 2016 hat einmal mehr gezeigt, dass politische Börsen kurze Beine haben und dass der Einfluss politischer Entwicklungen auf die Realwirtschaft begrenzt ist.

Nach meiner Einschätzung bieten Ihnen viele exportorientierte deutsche Mittelständler in diesem Jahr beste Chancen auf eine überdurchschnittliche Rendite.

9. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Tobias Schöneich. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt