Deutsche Exporte brechen massiv ein

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Die internationalen Handelsstreitigkeiten schlagen mittlerweile voll realwirtschaftlich durch. Die deutschen Exporte brachen im Juni regelrecht ein. (Foto: canadastock / shutterstock.com)

Die weltweiten Handelskonflikte kommen immer stärker in der deutschen Realwirtschaft an. Selbst notorische Optimisten werden das nur schwerlich ignorieren können. Vom statistischen Bundesamt kam in der vergangenen Woche die Meldung, dass im Juni 2019 die deutschen Ausfuhren binnen Jahresfrist um acht Prozent und damit so stark wie seit Mitte 2016 nicht mehr gefallen sind. Das ist schon ein epochales Minus für die ansonsten so erfolgsverwöhnte deutsche Exportindustrie.

Extrem hohe Nervosität

Sehr spannend ist auch, was der Exportverband BGA laut Reuters zur aktuellen Lage zu sagen hat. Die weltweiten politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen würden jetzt ihre Folgen zeitigen, so der BGA-Präsident Holger Bingmann. In allen Regionen sei das Geschäft zuletzt rückläufig gewesen. Die Unternehmen könnten die vielen Risiken kaum noch abfedern. Herr Bingmann brachte auch zum Ausdruck, dass aktuell die Nervosität regelrecht greifbar sei.

Für das Gesamtjahr zerbröseln laut DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier die Hoffnungen auf ein zumindest mageres Exportplus. Wenn Deutschland mit einer schwachen Null – und somit mit dem schlechtesten Ergebnis seit der Finanzkrise – aus dem Jahr gehen würden, wäre das laut Treier angesichts der konflikt- und krisenbeladenen Weltwirtschaft schon ein Erfolg.

Extrem hohe Exportabhängigkeit

Anders formuliert, die Hoffnung auf eine rasche Erholung bei den Exporten ist selbst bei den exportierenden Unternehmen relativ gering. Die Gefahr ist groß, dass am Ende das Minus doch deutlich größer als befürchtet ausfallen könnte. Gerade ein völlig ungeregelter Brexit Ende Oktober könnte hier das Fass zum Überlaufen bringen. Schon jetzt, im Sommer 2019, steht Deutschland kurz vor der Rezession.

Sollten die Exporte noch weiter schrumpfen, droht eine wahrlich starke konjunkturelle Krise. Fakt ist, dass Deutschland wie kaum ein anderes Land stark vom Export abhängt. Der Export kann getrost als Achillesferse der deutschen Wirtschaft bezeichnet werden. Im Jahr 2018 lag der Anteil der Ausfuhren in Relation zum BIP bei 38,9 Prozent. Die extrem hohe Exportquote sorgte bereits in der Krise 2008/9 für einen extremen Rückgang des BIPs.

Ja, liebe Leser, die Gefahr ist sehr groß, dass im zweiten Halbjahr die deutschen Exporte ähnlich stark oder sogar noch stärker als im Juni zurückgehen werden. Ein mögliches Brexit-Chaos könnte insofern die Krise nochmals verschärfen. Entlassungen, Kurzarbeit, Insolvenzen und ähnliche Negativschlagzeilen dürften dann ganz oben auf der Agenda sein. Und natürlich wird es auch weitere Kursstürze an der Börse geben. Machen Sie sich und Ihr Vermögen schleunigst krisenfest. Nutzen Sie die immer knapper werdende Zeit konsequent – es wird sich auszahlen!

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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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