Deutsche Export-Wirtschaft unbeeindruckt von starkem Euro

Vor 3 Wochen habe ich Ihnen an dieser Stelle geschrieben:

Die Situation bei den deutschen Unternehmen ist besser als es die Kurs-Entwicklung an der Börse vermuten ließe, und auch besser als die Stimmung bei den Finanz-Experten.

Woran es liegt, dass die Stimmungslage unter den Finanz-Experten schlechter ist als die operative Geschäfts-Entwicklung in den Firmen, kann ich Ihnen nicht sagen.

Darüber könnte ich nur spekulieren.

Was ich Ihnen aber sagen kann, ist, dass vor wenigen Tagen auch die Bedenken, dass der wiedererstarkte Euro die deutschen Exporte spürbar ausbremsen könnte, beiseite gewischt wurden.

BGA hebt Prognose für deutsches Export-Wachstum deutlich an

Denn nach einem starken 1. Halbjahr 2017 hat der deutsche Groß- und Außenhandelsverband (BGA) seine Prognose für das Export-Wachstum für Deutschland verdoppelt:

Der BGA rechnet nun mit einem Anstieg der Ausfuhren um 5% gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt soll das Export-Volumen bei 1,267 Bio. € liegen.

Nach den ersten 7 Monaten des laufenden Jahres steht bereits ein Wachstum von 6,3% zu Buche.

Im vergangenen Jahr hatten die deutschen Konzerne ihre Exporte trotz eines schwächeren Euros nur um 1,1% gegenüber dem Vorjahr gesteigert.

Starke Ausfuhren und Optimismus für das 2. Halbjahr

Gestützt wird die Prognose des BGA von den neuen Außenhandels-Daten für den Monat Juli, die das Statistische Bundesamt am vergangenen Freitag vorgelegt hat.

Die deutschen Exporte stiegen im Juli kalender- und saisonbereinigt um 0,2% auf 105,2 Mrd. € gegenüber dem Vormonat.

Noch besser zur Einordnung der Zahlen: Im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum (Juli 2016) stiegen die Ausfuhren sogar um satte 8%.

Besonders stark wuchsen die Lieferungen in die USA, nach China, Indien, Brasilien und Russland.

Sie sehen: Trotz des wiedererstarkten Euros sind die deutschen Exporteure weiterhin in der Erfolgsspur. – Woran das liegt?

  • Ein wichtiger Grund ist, dass bei vielen Waren, die deutsche Unternehmen exportieren, nicht der Preis sondern die Qualität im Vordergrund steht.
  • Ein anderer Grund: Unternehmen können sich gegen negative Währungseinflüsse absichern.

Auch BGA-Chef Anton Börner sieht die Entwicklung des Euro eher gelassen und verweist dabei u. a. auf die Absicherungs-Möglichkeiten der Firmen gegen negative Wechselkurs-Entwicklungen:

„Für Exporteure gibt es gute Möglichkeiten, sich gegen Wechselkurs-Schwankungen abzusichern.“ Zudem würden die Einfuhren günstiger, so Börner.

Zuversichtlich ist auch Volker Treier, Außenwirtschafts-Chef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK):

„Die Weltkonjunktur hat einen ordentlichen Gang hochgeschaltet – aller um sich greifenden protektionistischen Tendenzen zum Trotz.“

Fazit

Kurzum: Trotz des starken Euros und politischer Unsicherheiten wächst der Optimismus der deutschen Exporteure.

Daher sollten Sie sich nicht verunsichern lassen, wenn es an der Börse zeitweilig einmal nach unten geht oder die Kurse „nur“ seitwärts laufen.

Es spricht unter dem Strich viel mehr für zukünftig steigende als für fallende Kurse.

12. September 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Tobias Schöneich. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt