Deutsche Industrie gerät immer stärker unter Druck

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Noch immer wird die Heerschar der Analysten von aktuellen Daten aus der Deutschen Industrie negativ überrascht. Die Industrie gerät indes immer stärker unter Druck. (Foto: canadastock / shutterstock.com)

Wir haben ja hier schon sehr, sehr oft darüber berichtet, dass Deutschland zum neuen Sorgenkind Europas wird. Auffällig ist ja schon seit längerem allen voran die Schwäche der Industrie.

Geschäfte laufen immer schlechter

Jüngst gab es neue mit Spannung erwartete Daten zur Auftragslage der Industrie. Und die fielen einmal mehr verheerend schlecht aus. Und zwar noch schlechter als selbst pessimistisch gestimmte Zeitgenossen erwartet hatten. Der Markit-Einkaufsmanagerindex sank im September überraschend um 2,1 auf 41,4 Punkte. Das ging aus der monatlichen Umfrage des Instituts IHS Markit unter rund 800 Firmen hervor.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hingegen hatten mit einem Anstieg auf 44,0 Zähler gerechnet. Wohl gemerkt, erst ab einem Stand von 50 signalisiert das Barometer ein Wachstum. Fakt ist nun, dass die Geschäfte der deutschen Industrie so schlecht wie seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise Mitte 2009 nicht mehr laufen. Das ist schon wahrlich beängstigend.

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Dienstleister geraten auch unter Druck

Beängstigend ist ferner, dass sich auch die vermeintlich konjunkturresistenten Dienstleister dem industriellen Abwärtssog kaum mehr entziehen. Deren Einkaufsmanagerindex fiel um 2,3 auf 52,5 Zähler. Dabei handelt es sich um den schlechtesten Wert seit neun Monaten. Da der Stellenaufbau in Deutschland stagniere, habe der vom Binnenmarkt abhängige Service-Sektor eine seiner Wachstumsgrundlagen verloren, so die Aussage vom Markit-Institut. Der erste Rückgang der Neuaufträge seit mehr als viereinhalb Jahren signalisiere, dass die Nachfrage nachlasse.

Und last but not least meldete Reuters, dass sich auch die deutschen Maschinenbauer auf sehr schlechte Zeiten mit Produktionsrückgängen einstellen. Selbst im kommenden Jahr 2020 erwarte die Branche wie bereits im laufenden Jahr einen Produktionsrückgang von zwei Prozent. Der Handelsstreit zwischen den USA und China und ein wachsender Protektionismus rund um den Globus würden für den Exportweltmeister Maschinenbau nicht folgenlos bleiben, so der Chefvolkswirt des Branchenverbandes VDMA, Ralph Wiechers. Eine baldige, nachhaltige Änderung zum Positiven sei Herrn Wiechers zufolge nicht absehbar.

Ja, liebe Leser, reden wir nicht mehr um den heißen Brei herum. Deutschland steckt in einer Rezession. Das ist eine knallharte Tatsache, so Claus Vistesen, Chef-Volkswirt für die Eurozone bei Pantheon Macroeconomics. Und die Gefahr ist groß, dass die Rezession noch ausgeprägter werden wird. Ein Schrumpfen der Wirtschaft mit einem deutlichen Rückgang der Investitionen und einem starken Anstieg der Arbeitslosenzahlen steht zu befürchten. Und zwar auch im kommenden Jahr. Machen wir es wie die Maschinenbauer: stellen wir uns bestmöglich darauf ein!


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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