Deutsche Industriegeschichte in einer Aktie

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MAN steht für solide deutsche Industrieprodukte. Doch was hält der Markt von der Aktie? Wir haben unsere Zweifel. Warum? Lesen Sie mehr! (Foto: Vintage Tone/Shutterstock)

Die Marke MAN steht für schwere Motoren, die Busse der Bundesliga-Clubs und andere besondere Maschinen. Doch steht die Aktie auch für Rendite? Eine Dividende zahlt das Unternehmen aus München aktuell nicht. Wie es sonst um den Wert steht und ob es womöglich positive Überraschungen gibt, klären wir in der Analyse.

MAN ist in den Bereichen Transport, Antrieb und Energie tätig und gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Nutzfahrzeugen. Weitere Kerngeschäftsfelder sind Dieselmotoren und Turbomaschinen, die 2010 zusammengelegt wurden. Die Druckmaschinen-Sparte MAN Roland wurde ausgegliedert.

Fortschritte bei den Zahlen

MAN erzielte im 1. Halbjahr 2018 Zuwächse bei Absatz, Umsatz, Auftragseingang und operativem Ergebnis (EBIT). Der Absatz im Bereich Commercial Vehicles stieg um 24% auf 65.356 Fahrzeuge. MAN Lateinamerika verkaufte 17.335 Fahrzeuge, 48% mehr als im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich um 22%. Der Umsatz von MAN Truck & Bus konnte um 9% gesteigert werden. Dabei wurden 49.040 (Vorjahr: 41.702) Fahrzeuge abgesetzt.

Im Geschäftsfeld Power Engineering lag der Umsatz leicht über dem Vorjahresniveau. MAN Energy Solutions konnte den Umsatz um 5% steigern. Während die Umsätze in den Bereichen Power Plants und Engines & Marine Systems über dem Vorjahreswert lagen, war bei Turbomachinery ein Rückgang zu verzeichnen. Bei Renk lag der Umsatz leicht unter dem Vorjahreswert. Das operative Ergebnis (EBIT) der MAN Gruppe stieg von 273 auf 319 Mio €. Dies ist vor allem auf die erhebliche Verbesserung bei MAN Latin America zurückzuführen. Nach den hohen Verlusten der Vorjahre erreichte MAN Latin America ein EBIT von 13 Mio €.

…und wo bleiben die Überraschungen?

Das EBIT der MAN Gruppe verbesserte sich von 4,0 auf 4,3%. Der Auftragseingang lag in beiden Sparten deutlich über den Vorjahreswerten. Das Finanzergebnis fiel mit 202 Mio € erheblich besser aus als im Vorjahr (minus 28 Mio €). Die Verbesserung resultierte vor allem aus der at-Equity bilanzierten Beteiligung an Sinotruk in Hong Kong. Das Management rechnet 2018 mit einem leicht höheren Umsatz, zu dem alle Bereiche beitragen sollten, und einem EBIT auf dem Niveau des Vorjahres.

Wir halten die Aktie angesichts dieser Zahlen für zu hoch bewertet. Zwar konnte MAN Fortschritte machen, doch überzeugt uns das nicht – die großen Überraschungen sind bislang ausgeblieben. Bleiben Sie der Aktie besser noch fern. Dividendenjäger müssen um den Wert sowieso einen weiten Bogen machen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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