Deutsche Modeunternehmen können sich trotz Absatzschwäche behaupten

Das Wetter hat Gerry Weber einen Strich durch die Halbjahresrechnung gemacht.

Erst blieb die Winterware wegen der milden Witterung liegen und später hielt die Kälte die Kunden von den Filialen fern. Der Umsatz stieg zwar um 7,4%, der Gewinn ging jedoch um 7,3% zurück, im 2. Quartal sogar um 11,9% auf 17,8 Mio €.

Das Wachstum beruhte hauptsächlich auf der Eröffnung 39 neuer Filialen. So meldete der Einzelhandel einen Zuwachs von 26%, auf vergleichbarer Fläche schrumpfte der Umsatz jedoch um 4,1%. Im Großhandel ging der Umsatz um 2,7% zurück.

Zum einen haben viele Vertriebspartner nicht nachbestellt. Zum anderen verzichtete Gerry Weber bewusst auf Geschäfte mit finanzschwachen Kunden, um das Ausfallrisiko zu minimieren.

Ursächlich für den geringeren Gewinn war der Winterschlussverkauf mit seinen Rabattaktionen, der länger dauerte als üblich.

Die Jahresprognose hat das Management gesenkt. Erwartet werden jetzt nur noch ein Umsatz von 860 bis 870 Mio € und ein operatives Ergebnis von 120 Mio €, sodass sich eine Marge von 13,9% errechnet. Im 1. Halbjahr 2012 waren es 10,7%.

Gerry Weber hat sich im 1. Halbjahr besser entwickelt als die gesamte deutsche Modebranche

Grund für den Dämpfer sind äußere Einflüsse und nicht hausgemachte Probleme. Für die kommenden Jahre sind wir jedenfalls optimistisch.

Vor allem der Ausbau des margenstarken eigenen Einzelhandels im In- und Ausland wird für profitables Wachstum sorgen. Zudem bietet der Online-Handel noch reichlich Potenzial. Und mit dem geplanten neuen Logistikzentrum wird das operative Geschäft noch effizienter.

Unternehmensporträt

Gerry Weber International ist einer der führenden Damenoberbekleidungshersteller in Deutschland und Europa.

Der Konzern hat mit seinem Vertriebskonzept eigener Einzelhandelsgeschäfte „Houses of Gerry Weber“ und Verkaufsflächen (Shop-in-Shops) im Handel die Stellung seiner Kernmarke Gerry Weber sowie Taifun und Samoon stetig ausgebaut.

Lizenzprodukte wie Schmuck, Taschen, Brillen, Schuhe und eine Herrenkollektion ergänzen das Markenportfolio.

Mode von Hugo Boss ist trotz schwacher Konjunktur weltweit gefragt

Nach einem schwachen Jahresauftakt aufgrund des schlechten Wetters präsentierte der Konzern ausgezeichnete Zahlen für das 2. Quartal. Der Umsatz stieg um 10% auf 532 Mio € und der Gewinn um 30% auf 52,2 Mio €.

Alle Regionen und Vertriebskanäle trugen zum Wachstum bei. Besonders gut liefen die Geschäfte in den eigenen Filialen, die bereits 52% des Gesamtumsatzes erwirtschaften. Dort stiegen die Erlöse um 13%, auf vergleichbarer Fläche um 2%. Inzwischen betreibt Hugo Boss 901 eigene Läden, 61 mehr als vor einem Jahr.

In der zweiten Jahreshälfte soll es noch besser laufen

Entsprechend hat das Management für das Gesamtjahr hohe einstellige Zuwächse bei Umsatz und operativem Ergebnis vor Abschreibungen in Aussicht gestellt.

Dabei rechnet der Konzern im eigenen Einzelhandel mit zweistelligem Wachstum. Der hart umkämpfte Großhandel wird dagegen Federn lassen müssen.

Dort erwartet Hugo Boss einen Umsatzrückgang um etwa 5%. Die mittelfristigen Ziele bis 2015 lauten unverändert 3 Mrd € Umsatz und 750 Mio € operatives Ergebnis vor Abschreibungen.

Die Ziele sind realistisch, denn der vor Jahren eingeleitete Strategiewechsel zahlt sich immer mehr aus. Hugo Boss setzt auf mehr Kollektionen im Jahr, mehr Online-Handel und mehr eigene Filialen, die eine höhere operative Marge abwerfen.

Für den Konzern sprechen daneben die attraktive Dividendenrendite sowie die Chance, mittelfristig in den DAX aufzusteigen. Denn Großaktionär Permira dürfte seine Beteiligung kontinuierlich verringern.

Unternehmensporträt

Hugo Boss gehört zu den Weltmarktführern im Premium- und Luxussegment für Damen- und Herrenbekleidung mit fünf Marken: BOSS Black (Businessmode), HUGO (Trendmode), BOSS Orange (Freizeitmode), BOSS Green (Sport-/Golfbekleidung) und die Luxusmarke BOSS Selection mit klassisch-moderner Konfektion, eleganter Abend- und lässiger Freizeitmode, Schuhen, Lederaccessoires und lizenzierte Düfte, Brillen, Uhren und Kinderbekleidung.

Adler Modemärkte hat im 1. Halbjahr gegen den Branchentrend gute Ergebnisse erzielt

Der Umsatz stieg um 6,5%, gleichzeitig gelang dank eines starken 2. Quartals die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Das Wachstum auf vergleichbarer Fläche betrug 3,6%, im 2. Quartal sogar 11,3%.

Alle Produktkategorien haben zu dieser Entwicklung beigetragen. Gezielte Marketingaktionen sowie maßvolle Preisanpassungen in allen Warengruppen haben sich also ausgezahlt.

Auch im Gesamtjahr erwartet der Vorstand ein Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich

Das operative Ergebnis soll sich im gleichen Tempo verbessern. In den kommenden Monaten wird Adler Modemärkte in bestehende und in die Eröffnung neuer Filialen investieren.

Allerdings geht das Unternehmen bei seiner Expansion weniger aggressiv vor als die Konkurrenz. Rentabilität geht vor Masse.

Im 1. Halbjahr wurden zwei Filialen in Deutschland neu eröffnet, aber auch zwei in Österreich geschlossen. Zudem wird Adler Modemärkte mit neuer Kommunikationstechnik ausgerüstet.

Vor allem Minisensoren sollen die gesamte Warenkette von der Produktion bis zum Verkauf erfassen und Daten für eine effizientere Bestückung des Angebots liefern.

Um die Produktpalette zu verbreitern und das Wachstum zu beschleunigen wird darüber hinaus der Fremdmarkenanteil sukzessive auf 20% erhöht.

Die Konzentration auf die Altersgruppe der über 45-jährigen, deren Anteil an der Bevölkerung stetig wächst, die Maßnahmen zur Standortoptimierung und nicht zuletzt die attraktive Dividendenrendite überzeugen. Wir nehmen Adler Modemärkte mit 4 Sternen in die Aktien-Analyse auf.

Unternehmensporträt

Die 1948 gegründete Adler Modemärkte AG (AM) gehört zu den führenden Textileinzelhandelsketten in Deutschland. Das Sortiment spricht in erster Linie die Altersgruppe der über 45-jährigen an.

Angeboten werden Damen- und Herrenoberbekleidung im Mittelpreissegment, Trachtenmode sowie Accessoires und Schuhe. Rund 90% des Umsatzes entfallen auf die 9 Eigenmarken. Adler betreibt 169 Modemärkte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg.

7. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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