Deutsche Post Aktie auf Jahreshoch

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Die Deutsche Post Aktie boomt – und das sogar noch vor dem traditionell starken Weihnachtsgeschäft. (Foto: Joerg Huettenhoelscher / shutterstock.com)

Es ist ein Trend, der sich seit Jahren hartnäckig fortsetzt und die immer gleichen Meldungen produziert: Die Deutsche Post profitiert vom Onlinehandel.

Das Geschäft mit Versandware boomt, während der Einzelhandel darbt. Besonders betroffen ist davon die Textilbranche: Es wird bestellt und retourniert, was das Zeug hält. Ausgenommen ist, zumindest hierzulande, noch weitgehend das Lebensmittelgeschäft. Vor allem Obst, Gemüse und Kühlwaren haben die Kunden gern noch selbst in der Hand und treffen eine Auswahl, ehe sie ihre Kaufentscheidung treffen.

Deutsche Post passt sich veränderten Kundenwünschen an

Dennoch werden mehr und mehr Päckchen verschickt. Die Rund-um-die-Uhr-Öffnungszeiten der Onlineshops verführen zum Shopping von der heimischen Couch aus, bei Langeweile oder Regenwetter. Ärgerlich ist aus Sicht der Kunden nur, wenn die Zustellung der bestellten Ware dann während der eigenen Arbeitszeiten erfolgt – oder, schlimmer noch, das Päckchen an eine Postfiliale weitergeleitet wird, deren Öffnungszeiten mit den eigenen Arbeitszeiten kollidieren.

Die Deutsche Post reagiert zunehmend auf die veränderten Bedürfnisse ihrer Kundschaft. So will sie die Anzahl der Packstationen deutlich ausweiten, über die rund um die Uhr Päckchen empfangen und versendet werden können. Darüber hinaus sollen dort künftig vermehrt auch Briefmarken zu haben sein.

Reduzierung der Vollfilialen geplant

Parallel plant der Bonner Konzern eine Anpassung des Filialnetzes. Vollfilialen, die das gesamte Portfolio der Post abdecken, soll es demnach künftig weniger geben, angedacht ist eine Reduzierung von derzeit gut 12.000 auf perspektivisch nur noch 6.000 bis 8.000 Vollsortimentfilialen – vorausgesetzt, die rechtlichen Rahmenbedingungen werden entsprechend angepasst. Bislang ist die Post verpflichtet, in Gemeinden mit mehr als 2.000 Einwohnern mindestens eine Vollfiliale anzubieten.

Entfallen könnten in den Sparfilialen laut den Post-Plänen künftig teurere Spezialleistungen wie Auslandseinschreiben, Eil- oder Wertsendungen, die ohnehin seltener nachgefragt werden. Zudem ist eine Veränderung des Haustür-Services im Gespräch. So könnten Postboten künftig auch Briefmarken verkaufen oder Retouren entgegennehmen, was insbesondere älteren Kunden entgegenkommen dürfte. Allerdings plant der Konzern schon seit längerem, die Zustellzeiten zu reduzieren und die Postboten nur noch an fünf statt bisher sechs Tagen loszuschicken.

Auch das würde den Veränderungen im Nutzungsverhalten der Kunden entsprechen, denn während der Paketversand boomt, kommt das Briefgeschäft mehr und mehr zum Erliegen – eine Entwicklung, der die Deutsche Post in den vergangenen Jahren mit mehreren deutlichen Portoanhebungen begegnet.

Deutsche Post Aktie auf Jahreshoch – mit Luft nach oben

Unterm Strich zahlt sich das alles jedenfalls aus, wie zuletzt die starken Zahlen für das dritte Quartal noch einmal unterstrichen haben. Hier konnte der Logistikriese seinen Gewinn verdreifachen und damit die Erwartungen der Analysten noch übertreffen. Auch Anleger zeigten sich begeistert von den Ergebnissen, die Deutsche Post Aktie schoss in den vergangenen Wochen in die Höhe und erreichte einen Jahreshöchststand von rund 34 Euro.

Trotz eines bisherigen Kursanstiegs um 20 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten scheint zudem noch Luft nach oben zu bestehen – denn das traditionell versandstarke Weihnachtsgeschäft steht erst noch bevor. Dementsprechend raten die meisten Analysten trotz der jüngsten Rally weiterhin zum Kauf des Papiers – mit Kurszielen von bis zu 45 Euro (Goldman Sachs).

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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