Deutsche Post: Aktie nach Zahlen deutlich im Minus

Die Deutsche Post, das größte Transport- und Postunternehmen der Welt, hat heute die Zahlen für das Geschäftsjahr 2014 präsentiert. Die Anleger zeigten sich unterm Strich enttäuscht von den Zahlen. Die Aktie verlor daraufhin heute im frühen Xetra-Handel über 4% an Wert.

Wie die Zahlen im Detail ausfielen und warum ich persönlich die Kursreaktion nur bedingt nachvollziehen kann, erfahren Sie jetzt.

So lief es im vergangenen Jahr

Zwar boomte erwartungsgemäß das Express- und Paketgeschäft in der Weihnachtszeit, doch der Gewinnanstieg bei der Deutschen Post blieb im Schlussquartal des vergangenen Jahres deutlich unter den Markterwartungen.

Der Grund: Der operative Gewinn (EBIT) im Frachtgeschäft brach um knapp die Hälfte ein. „Unter dem Strich bleibt ein signifikanter Ergebnisrückgang im Frachtgeschäft”, beklagte Konzernchef Frank Appel am heutigen Mittwoch in Bonn.

Der operative Gewinn des gesamten Konzerns wuchs im vergangenen Jahr um 3,5% auf 2,97 Mrd. Euro und erreichte damit knapp die Mitte der angepeilten Spanne von 2,9 bis 3,1 Mrd. Euro.

Die Aktionäre werden an dem Gewinnanstieg beteiligt: Die Dividende soll um 6,25% von 0,80 auf 0,85 Euro je Aktie steigen. Auf Basis des aktuellen Aktienkurses entspricht das einer Dividendenrendite von rund 2,9%.

Das wird für 2015 erwartet

Im laufenden Jahr will die Post ihren operativen Gewinn zwar auf 3,05 bis 3,2 Mrd. Euro steigern. Analysten hatten sich allerdings – unter anderem wegen der vom Vorstand der Deutschen Post im vergangenen Jahr selbst geäußerten mittelfristigen Ziele – etwas mehr erhofft.

Die angesprochenen Mittelfristziele, die die Deutsche Post selbst geäußert hatte, beinhalten Folgendes: Bis 2020 soll der operative Gewinn jährlich im Schnitt um 8% steigen.

Da der Konzern dieses Ziel 2014 verfehlt hat und eventuell auch 2015 verfehlen wird, muss es in den Folgejahren deutlich stärker aufwärts gehen, wenn das Unternehmen die selbstgesteckten Ziele noch erreichen will. Für 2016 peilt die Post weiterhin 3,4 bis 3,7 Mrd. Euro an.

Trotz leichter Enttäuschung auf gutem Wege

Aus meiner Sicht befindet sich die Deutsche Post auf einem guten Wege – und das trotz der leicht enttäuschenden 2014er-Zahlen und des ebenfalls leicht enttäuschenden kurzfristigen Ausblicks. Denn: Die Deutsche Post ist dabei, die kriselnde Frachtsparte zu sanieren. Ich bin überzeugt davon, dass dies weitgehend gelingen wird.

Hinzu kommt, dass die Deutsche Post jahrelange Erfahrung und eine starke Marktposition in ihrem Kerngeschäft hat. Daher würde ich persönlich die jetzt vorgelegten Zahlen und den kurzfristigen Ausblick nicht so negativ werten, wie viele andere Marktteilnehmer dies am heutigen Tag offenbar taten.

Allerdings gehe ich auch davon aus, dass die Kursverluste der Post-Aktie am heutigen Tag zu einem gewissen Teil sogenannten Gewinnmitnahmen geschuldet sind. Soll heißen: Angesichts der Tatsache, dass der deutsche Aktienmarkt allgemein und die Post-Aktie speziell zuletzt gut gelaufen sind, wollen jetzt viele Anleger ihre Gewinne absichern.

Angesichts der – trotz kleinerer Schwierigkeiten – nach wie vor hervorragenden Marktposition der Deutschen Post und eines Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) von nur gut 15 kann ich diese Gewinnmitnahmen jedoch nur bedingt nachvollziehen.

11. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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