Deutsche Post freut sich auf Weihnachten

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Der Logistikkonzern zählt zu den Profiteuren der Pandemie. Frische Zahlen gibt’s am Dienstag, bei Anlegern und Analysten herrscht Vorfreude. (Foto: lightlens / Shutterstock.com)

Sie gehört zu den wenigen Gewinnern in der Pandemie: Die Deutsche Post und insbesondere ihre Logistiktochter DHL können sich vor Aufträgen kaum retten.

Über weite Teile des Jahres waren in Deutschland, Europa und nahezu weltweit Kontaktbeschränkungen angeordnet worden, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Auch etliche Wirtschaftszweige lagen und liegen über Wochen und Monate brach.

Was in all der Zeit aber funktionierte und florierte, war der Versandhandel. Der Boom des Onlineshoppings, der bei den großen Logistikunternehmen bereits seit Jahren für klingelnde Kassen sorgt, erfuhr durch die Pandemie einen ungeahnten zusätzlichen Schub.

Nach starkem Q3: Bonner setzen aufs Weihnachtsgeschäft

Kein Wunder also, dass die Zahlen, die die Deutsche Post im Oktober vorab meldete, ausgesprochen positiv ausfielen. Im abgelaufenen dritten Quartal stieg das Ebit demnach um rund 45 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro nach 942 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Angesichts der bisherigen Wachstumsdynamik rechnet der Bonner Dax-Konzern mit einem außergewöhnlich starken Weihnachtsgeschäft in den kommenden Wochen. Seit jeher verzeichnet die Deutsche Post in der Adventszeit starke Umsätze: Online bestellte Weihnachtsgeschenke, an Verwandte verschickte Präsente oder auch die traditionelle Weihnachtskarte sorgen hier regelmäßig für gute Ergebnisse.

Die Pandemie-Situation dürfte das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr zusätzlich stärken. Bereits jetzt ist absehbar, dass viele Weihnachtsfeiern im größeren Familienkreis wohl ausfallen werden – und stattdessen Geschenke von A nach B versandt werden, sehr zur Freude von Post-Chef Frank Appel.

Jahresprognose angehoben

Angesichts der positiven Aussichten hat das Management nun auch die Jahresprognose nach oben korrigiert: Anstelle der bislang erwarteten 3,5 bis 3,8 Milliarden Euro rechnet der Konzern nun mit einem Ebit zwischen 4,1 und 4,4 Milliarden Euro.

Dem absehbar erhöhten Personalbedarf in der Vorweihnachtszeit will die Deutsche Post durch eine entsprechende kurzfristige Aufstockung der personellen Ressourcen begegnen, wie sie es auch in den Vorjahren schon häufiger getan hat, um dem Ansturm im November und Dezember gerecht werden zu können.

Deutsche Post Aktie knapp unter Jahreshoch

Anleger sind begeistert von den Aussichten bei der Deutschen Post: Auf Jahressicht hat die Aktie um mehr als 25 Prozentpunkte zugelegt. Die Kursdelle im März, als der weltweite Flugverkehr weitgehend eingestellt wurde und somit auch das Fracht- und Logistikgeschäft der Deutschen Post zum Erliegen brachte, hat das Papier inzwischen mehr als ausgeglichen.

Mit knapp 41,50 Euro notierte die Deutsche Post Aktie am Freitag nur knapp unterhalb ihres Jahreshochs von 42,10 Euro, das im Oktober kurz nach Vorlage der vorläufigen Q3-Bilanz erreicht wurde. Auch Analysten sehen noch deutliches Aufwärtspotenzial, sie bescheinigen der Aktie Kursziele von 50 Euro und mehr und raten fast einstimmig zum Kauf des Papiers.

Der detaillierte Bericht über die Bilanz zum dritten Quartal wird am Dienstag, 10. November, erwartet.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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