Deutsche Post kauft Aktien zurück und erhöht Dividende

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Der im DAX notierte Logistik-Spezialist Deutsche Post kauft für bis zu 1 Mrd. Euro eigene Aktien zurück. Lesen Sie hier die Details und Hintergründe. (Foto: Joerg Huettenhoelscher / shutterstock.com)

Vom DAX-Konzern Deutsche Post gibt es gute Nachrichten: Vorstand und Aufsichtsrat haben gestern vor dem Hintergrund der positiven Geschäftsentwicklung und in Würdigung der Finanzpolitik des Konzerns ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von bis zu 1 Mrd. Euro sowie den Verwendungszweck der rückerworbenen Aktien beschlossen.

Das Aktienrückkaufprogramm beginnt in diesem Monat und ist auf eine maximale Laufzeit von einem Jahr begrenzt. Die Durchführung des Aktienrückkaufs erfolgt unter den von der Hauptversammlung erteilten Ermächtigungen, teilt das Unternehmen mit.

Was mit den zurückgekauften Aktien passieren soll

Die zurückgekauften Aktien werden entweder eingezogen (vernichtet) oder für die Bedienung von langfristigen Vergütungsprogrammen des Managements eingesetzt. Der DAX-Konzern wird auf der unternehmenseigenen Internetseite regelmäßig über den Verlauf des Aktienrückkaufprogramms informieren.

Die Entscheidung, ein Aktienrückkaufprogramm einzuleiten, entspricht der Finanzpolitik des Konzerns und ist vor dem Hintergrund des starken Free Cashflows (freien Mittelzuflusses) im vergangenen Geschäftsjahr von 2,5 Mrd. Euro und dem positiven weiteren Ausblick zu sehen.

Und es gibt noch eine weitere gute Nachricht für die Aktionäre der Deutschen Post: Vorstand und Aufsichtsrat wollen der am 6. Mai stattfindenden Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 1,35 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2020 vorschlagen.

Das ist nicht nur eine Erhöhung im Vergleich zum Vorjahr, sondern bedeutet auf Basis des aktuellen Kurses auch eine Dividendenrendite von über 3%. Nun möchte ich mit Ihnen noch einmal allgemein auf das Thema Aktienrückkäufe blicken und Ihnen erläutern, was es damit auf sich hat und vor allem, wie sie sich auswirken.

Wie sich Aktienrückkäufe generell auswirken

Wenn ein Unternehmen eigene Aktien zurückkauft und anschließend vernichtet (in der Börsensprache sagt man weniger brutal „einzieht“), hat das mehrere positive Wirkungen:

1) Aktienrückkäufe sorgen dafür, dass der zukünftige Unternehmensgewinn auf weniger Aktien verteilt werden muss (selbst bei stagnierenden Gewinnen steigt dann der Gewinn je Aktie).

2) Der gleiche Effekt wirkt auch bei der Dividende: Die Dividendensumme muss auf weniger Aktien verteilt werden. Dadurch steigt die  Dividenden-Rendite.

3) Aktienrückkäufe sorgen an der Börse für eine steigende Nachfrage nach der entsprechenden Aktie. Bleibt das Angebot gleichzeitig konstant, steigt der Aktienkurs.

4) Verkaufswillige Aktionäre können ihre Aktien direkt an das Unternehmen verkaufen und belasten dadurch nicht den Kurs an der Börse.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass solide finanzierte Aktienrückkäufe positiv für Sie als Aktionär sind. Sie sollten aber darauf achten, dass Unternehmen nicht zu viel vom Gewinn in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen ausschütten, damit noch genügend Geld zur Finanzierung des weiteren Wachstums und für schlechte Zeiten in der Kasse bleibt.

In den USA spielt das Thema Aktienrückkäufe noch eine deutlich größere Rolle. Die entsprechenden Aktien-Favoriten finden Sie im neuen Monatsbericht März meines Börsendienstes „Der Depot-Optimierer“.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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