Deutsche Telekom kauft für 15 Mio. eigene Aktien

In den vergangenen beiden Tagen hat die Deutsche Telekom für fast 15 Mio. Euro 950.000 eigene Aktien zurückgekauft. (Foto: r.classen / Shutterstock.com)

In den vergangenen beiden Tagen hat die Deutsche Telekom für fast 15 Mio. Euro 950.000 eigene Aktien zurückgekauft. Der Durchschnittspreis betrug 15,57 Euro. Normalerweise ist ein Aktienrückkauf-Programm ein sehr gutes Signal für die Aktionäre. In diesem Fall gibt es aber leider keinen Grund zur Euphorie.

Denn der führende Telekommunikationsanbieter will mit den zurückgekauften Aktien lediglich einen Teil der Vorstandsvergütung begleichen. Die mit Aktienrückkäufen oft einhergehende effektive Kapitalherabsetzung findet hingegen nicht statt.

Diese tritt jedoch ein, wenn Unternehmen die erworbenen Aktien einziehen und vernichten. Dadurch sinkt die Anzahl der im Handel befindlichen Anteilscheine. In direkter Folge verteilt sich der Unternehmensgewinn auf weniger Aktien – automatisch steigen also der Gewinn und die Dividende je Aktie. Der Aktionär erhält praktisch mehr vom Kuchen.

Eigene Aktien für Übernahmen

Das Unternehmen kann die Aktien aber auch – wie im Fall der Deutschen Telekom – als Gehaltsbestandteil an das Management und die Mitarbeiter verteilen, um sie stärker an das Unternehmen zu binden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die zurückgekauften Papiere als „Akquisitionswährung“ für spätere Übernahmen zu verwenden.

Die erstgenannte Variante, die Vernichtung der zurückgekauften Aktien, ist die aus Sicht der Aktionäre attraktivste und die auch am häufigsten vorkommende Möglichkeit. Und so wundert es nicht, dass die Aktienkurse von den stärksten Aktienrückkäufern in der Vergangenheit deutlich besser gelaufen sind als der Vergleichsmarkt.

Das belegt eine Vielzahl an Studien unter anderem von Bloomberg und Morgan Stanley – und auch der Blick auf den S&P 500 Buyback Index bestätigt es: Der Index, der die Aktien der 100 US-Unternehmen mit den größten Rückkauf-Programmen umfasst, schnitt in den vergangenen drei Jahren deutlich besser ab als der Vergleichsindex S&P 500.

Aktienrückkäufe als Kurstreiber

Schließlich noch ein konkretes Beispiel, stellvertretend für die Outperformance von Aktienrückkäufern. Die Schweizer Biotech-Beteiligungsgesellschaft BB Biotech führt bereits seit mehreren Jahren regelmäßig Aktienrückkauf-Programme durch.

Der Verlauf des Aktienkurses spricht Bände: Das Unternehmen, das weltweit ausschließlich in Biotech-Firmen investiert, bescherte seinen Aktionären in den vergangenen drei Jahren ein Plus von über 200 Prozent.

Der Vergleichsindex Nasdaq Biotechnology-Index ist hingegen im selben Zeitraum lediglich um knapp 100 Prozent gestiegen. Hier gaben die Aktienrückkäufe des Unternehmens der Aktie noch einen kräftigen zusätzlichen Impuls.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.