Deutsche Unternehmen mischen Übernahme-Markt auf

Heute war ein sehr guter Tag für alle Übernahme-Interessierten. Mit Siemens, BASF, Bayer und der Aareal Bank sind gleich 4 Mal deutsche Unternehmen im Gespräch.

Nachdem bereits in den vergangenen Tagen Übernahmen mit deutscher Beteiligung Einzug in die Medien erhielten, geht es heute also nahtlos weiter.

Bayer stockt Angebot für Algeta auf

Der Leverkusener Chemie- und Pharma-Konzern Bayer hat die Offerte für den norwegischen Konkurrenten Algeta auf 362 norwegische Kronen aufgestockt. Ende November lag das Angebot noch bei 336 Kronen.

Damals hatte sich das Management noch nicht endgültig überzeugen lassen, doch jetzt sind sich die Vertragsparteien einig. Die Übernahme bewertet Algeta mit 1,9 Mrd. Euro und erscheint verglichen mit anderen Deals hoch.

Doch Bayer kennt den Übernahme-Kandidaten sehr genau und wird gut einschätzen können welche Chancen sich aus dem Deal ergeben. Algeta hat mit dem Prostata-Krebsmedikament Xofigo ein hoffnungsvolles Medikament im Portfolio und gut möglich, dass die Produktpipeline noch mehr hergibt, als bislang angenommen wird.

Die Bayer-Aktionäre zeigen sich von der Aufstockung wenig berührt. In einem starken Umfeld kann die Aktie zulegen, wenn auch schwächer als der Gesamtmarkt.

BASF könnte RWE-Tochter DEA übernehmen

Im Bieterwettstreit um die RWE-Tochter DEA mischt Pressenberichten zufolge jetzt auch der Ludwigshafener Chemie-Konzern BASF mit. Unter Berufung auf Finanzkreise wird von einem Angebot in Höhe von rund 5 Mrd. Euro berichtet.

Für RWE wäre dies ein schöner Erlös am oberen Ende des auf 3,5 bis 5 Mrd. Euro taxierten Werts des Öl- und Gasförderers.

RWE hatte im März angekündigt, dass DEA verkauft werden soll. Neben BASF werden auch russische Oligarchen, Araber und Finanzinvestoren zu den Interessenten gezählt.

Die RWE- und BASF-Aktie steigen heute mit dem Markt.

Siemens baut Geschäft mit Industrie-Software aus

DAX-Schwergewicht Siemens hat heute die Übernahme von Tesis PLMware angekündigt. Der Übernahme-Kandidat pflegt eine langjährige Geschäftsbeziehung mit dem Mischkonzern und ist im Bereich Industrie-Software zu Hause.

Ein Kaufpreis wurde nicht bekannt – der Zukauf ist für den Elektro-Riesen jedoch auch nur ein kleiner Happen. Den Aktionären gefällt es trotzdem. Dank Rückenwind an der Börse, marschiert die Aktie um 1,9% hoch.

Aareal Bank will Konkurrenten

Einen größeren Zukauf plant offenbar die Aareal Bank. Presseberichten zufolge hat der Immobilienfinanzierer ein Auge auf den kleineren Konkurrenten Corealcredit geworfen. Es ist noch nichts offiziell, doch könnte der Deal noch vor Weihnachten bekannt gegeben werden.

Corealcredit ist nicht börsennotiert, sodass eine Dealbeurteilung am Kurs der Aareal Bank abgelesen werden muss. Dort zeigen sich die Investoren mit dem Schritt einverstanden. Die Aktie legt um 2,8% auf 26,30 Euro zu.

19. Dezember 2013

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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