Deutsche Unternehmenslenker werden immer pessimistischer

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Die deutsche Konjunktur gerät in ein immer schwieriger werdendes Fahrwasser. Eine Besserung der Lage ist nicht zu erwarten. (Foto: canadastock / shutterstock.com)

In der vergangenen Woche schockierte die dramatisch schlechte Entwicklung des Ifo-Geschäftsklimas in Deutschland selbst die notorisch optimistisch gestimmten Bankvolkswirte. Herr Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, sprach davon, dass mit Blick auf die konjunkturelle Lage im zweiten Halbjahr 2019 weit und breit keine Erholung in Sicht sei.

Er ging sogar noch weiter und merkte an, dass sich Deutschland irgendwo im Graubereich zwischen einer massiven Konjunkturabkühlung und Rezession befinden würde. Merken Sie was? Zum ersten Mal macht nun auch bei Ökonomen das böse R-Wort die Runde. Bisher war ja immer nur von einer Abkühlung die Runde. Tenor war aber, dass es zu einer Rezession nicht kommen werde.

Geschäftsklima in der Industrie im freien Fall

Rezessiv geht es ja schon seit längerem in der Industrie zur Sache. Das wurde nun auch eindeutig von der Ifo-Umfrage bestätigt. Herr Prof. Fuest, der Präsident des Instituts, spricht davon, dass im Verarbeitenden Gewerbe der Geschäftsklimaindikator im freien Fall sei. Auch sank der Index, der die aktuelle Lange beschreibt, deutlich.

Ein stärkerer Rückgang wurde zuletzt im Februar 2009 beobachtet. Mit einer Besserung der Lage sei vorerst nicht zu rechnen, denn die Unternehmer blicken auch pessimistischer auf die kommenden sechs Monate. Die Kapazitätsauslastung sank von 85,3 auf 83,9 Prozent und liege nur noch knapp über dem langjährigen Mittelwert.

Spannend ist, dass die industrielle Schwäche sich zunehmend auch in andere Branchen hineinfrißt. Es ist davon die Rede, dass sich auch im Dienstleistungssektor das Geschäftsklima eingetrübt habe. Die Dienstleister waren etwas weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Lage.

Bei den Erwartungen waren sie erstmals seit dem Juli 2009 leicht pessimistisch. Spannend ist auch, dass das Geschäftsklima im Handel deutlich rückläufig war. Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Lage spürbar weniger gut. Auch beim Ausblick auf die kommenden Monate zeigten sie sich merklich skeptischer. Der Rückgang des Geschäftsklimaindikators fiel im Großhandel stärker aus als im Einzelhandel.

Ja, liebe Leser, insgesamt ist das Barometer für das Geschäftsklima im Juli von 97,4 Punkten auf 95,7 Punkte gefallen. Das ist der niedrigste Stand seit April 2013. Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang auf 97,1 Punkte erwartet. Das Ifo-Geschäftsklima basiert auf der Umfrage unter ungefähr 9.000 Unternehmen. Herr Fuest betonte ferner, dass die Stimmung in den deutschen Chefetagen ungemütlich werden würde. Es ist unter dem Strich also nur noch eine Frage der Zeit, ehe die Industrie-Malaise voll auf den Arbeitsmarkt durchschlagen wird. Seien Sie also nicht überrascht, wenn im Herbst dann weitere konjunkturelle Hiobsbotschaften kommen werden.

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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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