Deutsche Wirtschaft verliert weiter an Kraft

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Die Stimmung innerhalb der Führungselite der deutschen Wirtschaft hat sich auch im April weiter verschlechtert. (Foto: canadastock / shutterstock.com)

In der vergangenen Woche kamen aus München einmal mehr extrem schlechte Nachrichten. Das Ifo-Institut ermittelt im Rahmen einer Umfrage unter rund 9.000 Führungskräften der deutschen Wirtschaft ja Monat für die Monat das aktuelle Geschäftsklima. Fakt ist demnach, dass sich in den Chefetagen der Unternehmen die Stimmung im April erneut eingetrübt hat. Einmal mehr wurden die im Vorfeld befragten Ökonomen negativ überrascht.

Export- und Geschäftsklima verschlechtert sich

Das Barometer für das Geschäftsklima fiel im April jedenfalls um 0,5 auf 99,2 Punkte. Von der Agentur Reuters vorher befragte Ökonomen hatten mit einem Anstieg auf 99,9 Punkte gerechnet. Sehr spannend ist auch, dass die Chefs der deutschen Wirtschaft sowohl die Geschäftslage wie auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter bewerteten. Auffällig ist ferner, dass es im Handel und der Export-Industrie zu einer merklichen Eintrübung der Stimmung kam.

Apropos Exporteure: Nur wenige Tage später veröffentlichte ebenfalls das Ifo-Institut Neuigkeiten über die Stimmungslage unter den deutschen Exporteuren. Heraus kam, dass die Stimmung unter den deutschen Exporteuren wegen der diversen Handelskonflikte und einer schwächeren Weltkonjunktur so schlecht wie seit sechseinhalb Jahren nicht mehr ist. Das Barometer für die Exporterwartungen fiel im April um 0,4 auf 1,1 Punkte. Das ergab eine Umfrage unter 2.300 exportierenden Unternehmen. Dabei handelt es sich um den niedrigsten Wert seit Oktober 2012.

Laut Clemens Fuest, dem Präsidenten des Instituts sei es so, dass das schwierige weltwirtschaftliche Umfeld im Moment keinerlei Impulse für die deutsche Exportwirtschaft geben würde. Die generelle schwache Auslandsnachfrage habe inzwischen auch die chemische Industrie in Deutschland erreicht. Nach mehreren Jahren mit stetigem Wachstum der Exporte würden nun die Unternehmen im Jahr 2019 erstmals rückläufige Tendenzen erwarten.

Ja, liebe Leser, für die erfolgsverwöhnten deutschen Exporteure laufen die Geschäfte im Jahr 2019 alles andere als rund. Im Gegenteil, es steht zu befürchten, dass die Beobachter einmal mehr negativ überrascht werden könnten. Insbesondere dann, wenn die verschiedenen Handelskonflikte und die schwächere Weltwirtschaft noch mehr als jetzt schon durchschlagen werden.

Dann dürfte wohl auch die von der Regierung in Berlin auf nur noch 0,5 Prozent nach unten revidierte Prognose für das BIP-Wachstum im Jahr 2019 nicht mehr haltbar sein. Auffällig ist jedenfalls, dass nahezu kein „Experte“ eine Rezession erwartet. Sollte es doch zu einer Schrumpfung der Wirtschaft in diesem Jahr kommen, wären wir jedenfalls alles andere als sonderlich überrascht.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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