Deutsche Wirtschaftsbosse feiern den Binnenmarkt

Letzte Woche feierte sich die EU selbst. Anlass war der 60. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge.

In Rom kamen die 27 Mitgliedsländer zusammen, um sich zu beweihräuchern.

Aber: Schon das war ein Witz. – Warum? – Ganz einfach: Weil eines der größten Länder der EU fehlte: Großbritannien.

Wie Sie wissen, beginnen in diesen Tagen die Brexit-Verhandlungen.

Dass die Gemeinschaft diese große Nation in ihren Reihen verliert ist geradezu ein Affront gegen die EU-Idee.

Tragödie BrExit

EU-Kommissions-Präsident Jean-Claude Juncker sprach dahingehend von einer Tragödie.

Konkret: „Das ist ein trauriger Vorgang. Ich finde mich eigentlich nicht damit ab, dass die Briten aus der Europäischen Union austreten.“

Tatsächlich hat Juncker mit dem ersten Teil seines Satzes recht. Das Ausscheiden der Briten aus der EU ist tatsächlich eine Tragödie.

Alleine schon aus diesem Grund hätten sich die EU-Granden nicht feiern, sondern betrauern sollen, meinen Sie nicht auch!?

Tief gespaltene EU

Fakt ist, dass die EU tief gespalten ist. Die Einheitswährung des Euro hat den starken Nordländern Vorteile und den schwachen Südländern Elend verschafft.

Deshalb brachte nun auch Bundeskanzlerin Angela Merkel das Schlagwort eines Europas der 2 Geschwindigkeiten ins Spiel.

Drama Flüchtlingskrise

Hinzu kommt die Flüchtlingskrise, welche die Union gespalten hat, wie nichts zuvor.

Während einige Gutmenschen-Länder, allen voran Deutschland, noch immer nicht richtig verstehen, was sie mit ihrer ungebremsten Welcome-Refugee-Politik angerichtet haben, gehen andere in Deckung.

So die osteuropäischen Mitgliedstaaten, die sich weiter sperren Kontingente von Flüchtlingen aufzunehmen.

Der Grund dafür ist einfach: Sie finden dafür in ihren heimischen Bevölkerungen keine Mehrheit.

Was Ihnen die Massenmedien falsch verkaufen

Natürlich waren am Jahrestag die Mainstream-Medien voll mit Berichten über Menschen, die in verschiedenen Städten für die EU auf die Straße gingen.

Doch dies ist ein Trugschluss. Wir sagen Ihnen auch, warum:

Wenn Bürger schon auf die Straße gehen, um für Europa zu demonstrieren, dann heißt das im Umkehrschluss, dass sich immer mehr dagegen entscheiden. So einfach ist das.

Auch über die Gegendemonstrationen wurden an diesem Tag, wenn überhaupt, nur spärlich berichtet – Pressefreiheit, I love you!

Doch zurück zu den EU-Feierlichkeiten:

Deutsche Wirtschaftsbosse feiern den Binnenmarkt

In Partylaune waren und sind auch die deutschen Wirtschafts-Funktionäre; sie heben die zentrale Bedeutung der EU und ihres Binnenmarktes für ihre Geschäfts-Erfolge hervor.

Denn der Binnenmarkt sei einer der größten Erfolge der Union, heißt es etwa in einer Erklärung, die der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unterzeichnet hat.

Dank der Abschaffung von Handels-Hemmnissen im Inneren sei die EU eine wichtige Wirtschaftskraft im internationalen Handel geworden.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) führt die Exportstärke zahlreicher Unternehmen aus der EU ebenfalls auf den Binnenmarkt zurück.

Laut ihren Angaben besitzt die EU einen Anteil von 33% am Welthandel. Doch auch die Wirtschaftsbosse vergessen in Ihrer Feierlaune eines: die Schattenseite der Europäischen Union.

29. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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