Deutsche Wohnen kündigt Kapitalerhöhung an

Das im MDax gelistete Immobilienunternehmen Deutsche Wohnen hat am heutigen Mittwoch mitgeteilt, dass das Immobilienportfolio des Unternehmens vergrößert werden und diese Expansion durch eine Kapitalerhöhung vorangetrieben werden soll.

Die Aktie des Immobilienunternehmens rutschte daraufhin deutlich ab und übernahm die rote Laterne im MDax. Erfahren Sie jetzt die Details zur geplanten Kapitalerhöhung und was diese für Deutsche-Wohnen-Aktionäre bedeutet.

Die Details der geplanten Kapitalerhöhung

Wie das Unternehmen heute mitteilte, ist die Ausgabe von bis zu 42,2 Mio. neuen Inhaberstammaktien geplant. Den bisherigen Aktionären sollen die neuen Aktien mit einem Bezugsverhältnis von 7:1 angeboten werden. Der Bezugspreis steht bislang noch nicht fest, wird aber voraussichtlich am oder um den 27. Mai 2015 nach Handelsschluss bekanntgegeben werden.

Die Bezugsfrist für die Kapitalerhöhung soll am 21. Mai 2015 beginnen und voraussichtlich am 3. Juni 2015 enden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Bafin das entsprechende Prospekt billigt und dieses anschließend veröffentlicht wird. Dieser Schritt dürfte aber keine Hürde sein.

Kommen wir jetzt zu der Frage, was das Unternehmen mit dem Geld aus der Kapitalerhöhung vor hat. Mit den dadurch eingesammelten neuen finanziellen Mitteln soll vor allem der Kauf von rund 6.500 Wohneinheiten finanziert werden. Dieser Kauf soll noch im 1. Halbjahr 2015 abgeschlossen werden.

Das Gesamtportfolio (bestehend aus den genannten 6.500 Wohneinheiten) soll einen Ankaufswert von etwa 500 Mio. Euro haben. Der daraus resultierende jährliche Beitrag zum operativen Ergebnis von Deutsche Wohnen liegt nach Unternehmensangaben bei mehr als 20 Mio. Euro.

Zudem ist ein Teil der Erlöse aus der Kapitalerhöhung eingeplant, um die Schuldenstruktur des Unternehmens neu auszurichten. So soll beispielsweise der Verschuldungsgrad verbessert und die durchschnittliche Verzinsung der laufenden Kredite optimiert werden.

Weitere Zukäufe nicht ausgeschlossen

Andreas Segal, Finanz-Chef der Deutsche Wohnen, schloss weitere Zukäufe nicht aus. Zuletzt wollte Deutsche Wohnen bereits das österreichische Immobilienunternehmen Conwert übernehmen. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch am Widerstand einzelner Conwert-Aktionäre, die den gebotenen Preis von 11,50 Euro je Aktie als zu niedrig bezeichneten.

„Mit dem erfolgreichen Ankauf von attraktiven Wohnungsportfolios in Berlin führen wir konsequent unsere Ankaufsstrategie fort. Darüber hinaus sehen wir im Markt attraktive Möglichkeiten, unsere Wachstumsstrategie durch selektive Akquisitionen fortzuführen und werden einen Teil der Kapitalerhöhung für weiteres wertschaffendes Wachstum verwenden“, sagte Segal.

Aktionäre bislang wenig begeistert über die Pläne

Die Deutsche-Wohnen-Aktionäre zeigten sich bislang wenig begeistert ob der Pläne des Unternehmens und schickten die Aktie in der Folge bis an das Ende des MDax.

Deutsche-Wohnen-Aktionäre hatten in den vergangenen Monaten aber dennoch unterm Strich allen Grund zum Jubeln. Denn: Die Aktie legte trotz des heutigen Abschlages seit Mitte Oktober 2014 um knapp 50% zu.

20. Mai 2015

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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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