Deutschen Maschinenbauern brechen die Aufträge weg

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Lange Zeit galt der deutsche Maschinenbau als robuste Vorzeigebranche. Seit fünf Monaten in Folge brechen aber nun die Aufträge rasant weg. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Die deutschen Maschinenbauer gelten ja immer noch als Stütze der deutschen Wirtschaft. Manch einer sieht in der Branche, die immerhin mehr als eine Million Menschen beschäftigt, gar das Rückgrat der Volkswirtschaft. Unbestritten ist, dass die Maschinenbauer in den letzten Jahren relativ gute Jahre zu verzeichnen hatten. Die fetten Jahre sind nun aber auch hier endgültig vorbei. Es geht rasant, ja fast schon atemberaubend abwärts.

Aufträge brechen extrem weg

Der Branchenverband VDMA teilte jüngst mit, dass nun auch im Monat April die Bestellungen massiv einbrachen. Insgesamt gingen die Aufträge um sage und schreibe elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. Damit brachen den Unternehmen nun schon den fünften Monat in Folge die Orders weg. Aus dem Euroraum kamen im April 6 Prozent weniger Aufträge, die Nicht-Euro-Länder lagen um 10 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Im Drei-Monats-Vergleich Februar bis April 2019 lagen die Bestellungen insgesamt um real zehn Prozent unter dem Vorjahreswert. Während die Inlandsorders um 10 Prozent sanken, gingen die Auftragseingänge aus dem Ausland um elf Prozent zurück. Die Bestellungen aus dem Euro-Raum gaben um acht Prozent nach, aus den Nicht-Euro-Ländern kamen 12 Prozent weniger Aufträge.

Verunsicherte Kunden

In der Tat, derartig herbe Rückgänge der Bestellungen kommen wahrlich nicht oft vor. Hier kann schon fast von einer krisenartigen Zuspitzung gesprochen werden. Herr Wiechers, der Chefvolkswirt des Branchenverbandes VDMA, sprach von verunsicherten Investoren. Die anhaltenden Handelsstreitigkeiten der großen Wirtschaftsblöcke, aber auch viele regionale politische Krisen sorgen dafür, dass sich die Kunden mit neuen Bestellungen zurückhalten würden. Schon Anfang April wurden von den Maschinenbauern aufgrund der konjunkturellen Abschwächung die Erwartungen nach unten hin angepasst. Immerhin ging man damals noch von einem marginalen Produktionsplus aus.

Ja, liebe Leser, ob am Ende des Jahres noch von einem leichten Produktionsplus die Rede sein wird, ist stark zu bezweifeln. Das Risiko ist relativ groß, dass die Branche noch deutlicher als zuletzt erwartet unter die Räder kommen wird. Wohl gemerkt, bislang galten die Maschinenbauer ja als absolute Stütze der deutschen Wirtschaft. Gut möglich, dass aus den einstigen Zugpferden, den Auto- und Maschinenbauern, nun die beiden Achillesfersen werden. Die Gefahr ist groß, dass Deutschland aufgrund der massiven Schwächesignale aus der Industrie in die Rezession abgleiten wird. Die fetten Jahre sind eindeutig vorbei. Und nach dem XXL-Boom droht nun ein ebenso langer Abschwung.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.