Deutscher Aktienmarkt: Drei einfache Strategien für mehr Gewinn

Zu den unkomplizierten Möglichkeiten am Erfolg des deutschen Aktienmarktes teilzuhaben, zählen Investitionen inz Index-Zertifikate und Index-Fonds auf den DAX. Falls Sie „mehr“ wollen, können Sie stattdessen „Stockpicking“ betreiben, also Einzelaktien kaufen.

Doch es gibt auch einfachere Alternativen. In diesem Beitrag stellt Ihnen GeVestor drei einfache Methoden vor, mit denen Sie den DAX langfristig schlagen – ganz ohne zeitaufwändiges Stockpicking.

Investitionen in deutsche Aktien zahlen sich aus

Wie Sie dem folgenden Chart entnehmen können, notierte der DAX im Jahr 1988 bei 1.000 Punkten. 18 Jahre später sind es knapp 6.000 Punkte.

Dies entspricht einer durchschnittlichen Rendite von 10,4% pro Jahr. Langfristig konnten Sie mit deutschen Aktien gutes Geld verdienen. Auch die zwischenzeitlichen drastischen Kurseinbrüche 2000 bis 2002 änderten daran nichts.

Langfristchart DAX

Innerhalb von 18 Jahren hat sich der deutsche Leitindex von 1.000 Punkten auf knapp 6.000 Punkte gesteigert. Dies entspricht einer durchschnittlichen Rendite von 10,4% pro Jahr.

10% Kurssteigerungen pro Jahr sind auch für die Zukunft eine realistische Größe. Die politischen Rahmenbedingungen in Deutschland sind stabil und den Unternehmen gelingt es, ihre Gewinne weiter zu steigern.

Kleinere Rückschläge wird es zwar auch in Zukunft immer wieder mal geben, doch die langfristigen Perspektiven stimmen.

Für Sie als Anleger hat der deutsche Aktienmarkt zusätzlich den Vorteil, dass Sie bei Ihren Investitionen kein Währungsrisiko beachten müssen. Dies alles spricht dafür, dem deutschen Aktienmarkt einen höheren Depotanteil zuzugestehen als anderen Märkten.

Drei einfache Strategien mit denen Sie den DAX langfristig schlagen

Auf den folgenden Seiten finden Sie drei verschiedene Strategien, die Ihnen eine höhere Renditechance als der DAX bieten. Sie haben eines gemeinsam – ihre unkomplizierte Anwendung.

1.Dividendenstrategie – DIVDAX schlägt DAX

Aktien mit hoher Dividendenrendite stellen bereits seit Jahrzehnten ihre Überlegenheit gegenüber der breiten Masse der Aktien unter Beweis. Zahlreiche Studien belegen eine Überrendite gegenüber dem DAX und dem amerikanischen Dow Jones.

Sie können Ihre Rendite bei Investitionen in Dividendenwerte noch deutlich steigern, wenn Sie sich bei Ihrer Aktienauswahl an den besten Auswahlmethoden orientieren, den so genannten Dividendenstrategien.

Bei diesen Auswahlmethoden handelt es sich um mechanische Vorgehensweisen. Die persönliche Meinung des Anlegers spielt hier keine Rolle, er trifft seine Entscheidungen nach vorgegebenen Kriterien, die je nach gewählter Strategie variieren. Fehlentscheidungen aufgrund von Emotionen wie Angst oder Gier sind damit ausgeschlossen.

Die gebräuchlichste Dividenden-Auswahlmethode ist die so genannte O’Higgins-Strategie, benannt nach ihrem Entdecker, dem Vermögensverwalter Michael O’Higgins.

Er fand heraus, dass sich die fünf Aktien mit dem niedrigsten Kurs aus den zehn Aktien mit der höchsten Dividendenrendite eines Indexes deutlich besser entwickeln als der Index selbst. Dieses Vorgehen wird jedes Jahr wiederholt. Auch spätere Studien belegen die Vorteilhaftigkeit seiner Methode.

Der DIVDAX als Alternative zu Einzelaktien

Statt mehrere Einzelaktien auszuwählen, können Sie auch einfach in einen Index investieren.

Die Deutsche Börse hat 2005 einen Index für Aktien mit hoher Dividendenrendite ins Leben gerufen, den so genannten DIVDAX. Dieser enthält 15 der 30 DAX-Werte mit der höchsten Dividendenrendite.

DIVDAX-Zertifikat: Weniger Rendite als O’Higgins- Methode, aber bessere Risikostreuung und Steuervorteil

Im langjährigen Vergleich mit der O’Higgins-Auswahlmethode schneidet der DIVDAX zwar bei der Rendite etwas schlechter ab, dafür bietet er Ihnen aufgrund der Risikostreuung in mehr Einzelwerte aber auch eine höhere Sicherheit.

Hinzu kommt: Nach der aktuellen Rechtslage (Stand April 2006) sind die Dividendenausschüttungen, die im Kurs des Zertifikats enthalten sind, für Sie steuerfrei.

Voraussetzung: Sie halten das Zertifikat länger als 12 Monate (Spekulationsfrist). Ausgeschüttete Dividenden bei Einzelaktien müssten Sie dagegen als Einkünfte aus Kapitalvermögen versteuern, wenn Sie Ihren Sparerfreibetrags (2006: 1.370 € für Alleinstehende, 2.740 € für Verheiratete + jeweils 51 € Werbungskosten-Pauschalbetrag) pro Jahr aufgebraucht haben.

Fazit: Ein Zertifikat auf den DIVDAX stellt eine überlegenswerte Alternative zu den Dividenden-Auswahlmethoden dar. Insbesondere wenn Sie Ihren Sparerfreibetrag bereits ausschöpfen und/oder Ihnen die jährliche Auswahl nach der Dividendenmethode zu zeitaufwändig ist. DIVDAX vs. DAX: Was ist besser? Den knallharten Vergleich können Sie hier nachlesen.

DIVDAX bietet Ihnen höhere Renditechancen als der DAX

Die 15 Werte des DIVDAX schnitten in den vergangenen Jahren deutlich besser ab als der DAX. Dem nachfolgenden Chart können Sie entnehmen, wie der DIVDAX sich im Vergleich zum DAX entwickelt hätte, wenn es diesen Index schon vor 2005 gegeben hätte.

Die Chancen stehen gut, dass der DIVDAX auch in Zukunft besser abschneiden wird als sein „großer Bruder“. Mit einem Index-Zertifikat auf den DIVDAX besitzen Sie eine unkomplizierte Möglichkeit an dessen Erfolg teilzuhaben.

3-Jahres-Vergleich DIVDAX/DAX

Der DIVDAX konnte seinen Renditevorsprung gegenüber dem DAX kontinuierlich ausbauen.

Tipp: Wählen Sie als Basiswert Ihres Zertifikats stets den DIVDAX Performance-Index. Im Gegensatz zum DIVDAX Kursindex fließen in den Performance-Index die gezahlten Dividenden mit ein. Das sichert Ihnen eine um etwa 3 Prozentpunkte höhere Rendite pro Jahr. Um welchen Index es sich handelt, steht in der Bezeichnung des Zertifikats.

2. Mittelstandsstrategie – Eigentümergeführte Unternehmen sind im Vorteil

Mittelständische Unternehmen besitzen gegenüber den großen Aktiengesellschaften („Blue Chips“) einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Die Unternehmensführung ist stärker am langfristigen Erfolg interessiert, da sie selbst einen Teil des Aktienkapitals besitzt.

Anders sieht es bei den „Blue Chips“ aus. Zwar sind die Manager hier auch oft über Aktienoptionen an Kurssteigerungen der Aktie beteiligt, doch ihr Interesse ist eher kurzfristiger Natur. Sie verkaufen die Aktien, die sie durch die Ausübung der Option erhalten, relativ schnell.

Aus diesem Grund handeln die Manager großer Unternehmen oftmals nicht weitsichtig genug. Bestes Beispiel ist die Deutsche Telekom. Der damalige Konzernchef Ron Sommer tätigte Unternehmenszukäufe im Ausland ohne Rücksicht auf Verluste. Der Aktienkurs der Deutschen Telekom brach ein. Mit seinem eigenen Geld wäre er wohl sorgsamer umgegangen.

GEX-Index bildet Performance eigentümergeführter Unternehmen ab

Zum Jahresbeginn 2005 hat die Deutsche Börse einen „Mittelstandsindex“ für eigentümergeführte Unternehmen eingeführt, den German Entrepreneurial Index, kurz GEX. Für eine Aufnahme in den Index müssen die Unternehmen 3 Bedingungen erfüllen.

Aufnahmebedingungen für den GEX

  • Vorstände, Aufsichtsratmitglieder oder Familien müssen 25 bis 75% der Stimmrechte besitzen. Vorteil für Sie als Anleger: Die Familien kontrollieren in der Regel das Unternehmen noch intensiver als sonstige Aufsichtsräte bei den großen Aktiengesellschaften.

  • Der Börsengang des Unternehmens darf maximal 10 Jahre zurückliegen. Dies ist ein weiterer Vorteil für Sie. Oft werden die besten Geschäftsentwicklungen in der Gründungsphase vollzogen. Hier weisen die Unternehmen höhere Wachstumsraten auf.

  • Die Unternehmen müssen im so genannten „Prime Standard“ der Deutschen Börse gelistet sein. Ihr Vorteil als Anleger: Damit unterliegen sie festen Publizitätspflichten und es besteht ein liquider Handel.

Mittlerweile sind 116 Unternehmen (Stand 31.03.2006) im GEX gelistet. Dazu zählen hauptsächlich Aktien aus dem MDAX, SDAX und TECDAX, mit Henkel und Fresenius Medical Care sind auch 2 DAX-Werte dabei.

Die einzelnen Werte werden entsprechend der Marktkapitalisierung der frei handelbaren Aktien (Streubesitz) im Index gewichtet. Der Anteil eines Einzelwerts ist auf 10% begrenzt.

Seit seiner Auflegung 2005 hat sich der GEX deutlich besser entwickelt als der DAX. Die Rückrechnung zeigt, dass dies auch vorher schon der Fall gewesen wäre. Im nachfolgenden Chart können Sie ersehen, wie sich der GEX im Vergleich zum DAX in den vergangenen 3 Jahren geschlagen hätte.

Mit einem GEX-Zertifikat investieren Sie in eigentümergeführte Unternehmen

Mit dem GEX-Index besitzen Sie als Anleger endlich eine Möglichkeit, in eigentümergeführte Mittelstands-Unternehmen zu investieren. Mehrere Emittenten haben mittlerweile Zertifikate auf den GEX ausgegeben.

3-Jahresvergleich GEX/DAX

Der DAX schaffte es nur im Jahr 2003 mit dem GEX mitzuhalten, danach liefen die Aktien der eigentümergeführten Unternehmen deutlich besser.

Für Langfristanleger sind besonders Index-Zertifikate ohne Laufzeitbegrenzung interessant.

Tipp: Wählen Sie als Basiswert Ihres Zertifikats stets den GEX Performance-Index. Im Gegensatz zum GEX-Kursindex fließen in den Performance-Index die gezahlten Dividenden mit ein. Das sichert Ihnen eine um etwa 1 bis 2 Prozentpunkte höhere Rendite pro Jahr. Ein Zertifikat auf den GEX-Performance-Index erkennen Sie am Zusatz „Total Return“ in der Bezeichnung des Zertifikats.

3. Fondspicking – nur die besten Fonds schlagen den Index

In einen Fonds investieren, der eine höhere Rendite als der DAX einbringt – dies hört sich leichter an, als es in der Praxis ist.  Im 1-Jahreszeitraum gelang nur 34 von 105 Fonds mit Schwerpunkt Deutschland eine bessere Performance als dem DAX – weniger als ein Drittel der Fonds.

Unter Berücksichtigung des Ausgabeaufschlags waren es sogar nur 18 von 105 Fonds, denen dieses Kunststück gelang.

Diese Zahl wird noch kleiner, wenn es darum geht, den DAX dauerhaft zu schlagen. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Unterschiede in der langfristigen Fondsperformance sind sehr groß.

Im fünf Jahres Zeitraum brachte Ihnen der erfolgreichste Deutschland-Fonds beispielsweise einen Gewinn von insgesamt 109,59%, der schwächste Fonds einen Verlust von 36,97%.

Achten Sie besonders auf die langfristige Performance

Bei der Fondsauswahl macht es wenig Sinn, nur die kurzfristige 1-Jahres-Performance zu betrachten und danach auszuwählen. In diesem Fall laufen Sie Gefahr, einen Fonds zu erwischen, der einfach nur Glück bei seiner Aktienauswahl oder Anlagestrategie gehabt hat.

Deshalb ist es empfehlenswert, bei der Fondsauswahl mehrere Anlagezeiträume zu prüfen. Im jährlich im September erscheinenden Fondsreport des „Geldanlage-Beraters“ finden Sie dafür die Performance-Daten für ein, drei,fünf und zehn Jahre.

Bei einem Fonds, der in mehreren, vielleicht sogar allen Zeiträumen eine der vorderen Platzierungen seiner Anlagekategorie einnimmt, stehen die Chancen gut, dass er auch in Zukunft zu den Besten gehört. Eine kontinuierlich gute Performance ist zwar keine Garantie für weitere Gewinne, aber doch ein gutes Indiz für die Kompetenz des Fondsmanagements.

Einige bewährte Fonds bescheren ihren Anlegern bereits seit Jahrzehnten hohe Renditen.

Auf einen Blick: 3 aussichtsreiche DAX-Alternativen

  1. Dividendenstrategie – höhere Rendite mit dem DIVDAX Der DIVDAX enthält die 15 DAX-Werte mit der höchsten Dividendenausschüttung. Diese haben sich in der Vergangenheit besser als der gesamte DAX entwickelt. Mit einem Index-Zertifikat können Sie einfach und unkompliziert in den DIVDAX investieren.
  2. Mittelstandsstrategie – Vorteil für eigentümergeführte Unternehmen Mittelständische Unternehmen besitzen gegenüber den großen Aktiengesellschaften einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Die Unternehmensführung ist stärker am langfristigen Erfolg interessiert, da sie selbst einen Teil des Aktienkapitals besitzt. In der Vergangenheit schnitten diese Unternehmen deutlich besser ab als der DAX. Mit einem Zertifikat auf den neuen GEX-Index investieren Sie problemlos in mittelständische Unternehmen.
  3. Fondspicking – eine sorgfältige Auswahl ist notwendig In einen Fonds investieren, der eine höhere Rendite als der DAX einbringt – dies hört sich leichter an, als es in der Praxis ist. Denn nur wenigen Fonds gelingt es, langfristig den DAX zu schlagen.

Checkliste: So schlagen Sie den DAX

  • Die beiden neuen Indizes GEX und DIVDAX bieten Ihnen langfristig höhere Renditechancen als der DAX. Index-Zertifikate auf GEX und DIVDAX bieten Ihnen eine einfache und kostengünstige Investitionsmöglichkeit.

  • Wählen Sie als Basiswert bei Index-Zertifikaten stets einen Performance-Index. Im Gegensatz zu einem Kursindex fließen in den Performance-Index die gezahlten Dividenden der Unternehmen mit ein.

  • Entscheiden Sie sich bei der Auswahl zwischen mehreren gleichwertigen Zertifikaten für das mit dem geringsten Spread.

  • Achten Sie bei der Fondsauswahl nicht allein auf die kurzfristige Performance. Ein gutes Fondsmanagement erkennen Sie daran, dass der Fonds über verschiedene Zeiträume immer zu den besten seiner Kategorie gehört hat. Wichtig ist insbesondere die langfristige Performance und die Kontinuität (geringe Kursschwankungen)

  • Setzen Sie Stoppkurse ein, um Ihr Risiko für den Fall eines breiten Abschwungs am Aktienmarkt zu begrenzen.


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18. April 2006

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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