Deutscher Aktienmarkt gerät massiv unter Druck

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Seit einigen Wochen dominieren die Bären am deutschen Aktienmarkt. In der vergangenen Handelswoche konnten die Bullen nicht einmal mehr die 12.000 verteidigen. (Foto: Ulf Wittrock / shutterstock.com)

Nur wenige Wochen ist es her, als regelrechte Euphorie am deutschen Aktienmarkt vorherrschte. Damals stand das deutsche Leitbarometer ja bei knapp 13.600 und die Optimisten riefen immer wildere und höhere Kursziele in den Raum. 15.000 oder gar 16.000 wurden da genannt.

Ernüchterung nach Kurssturz

Nach dem Kurssturz der vergangenen Tage und Wochen macht sich allerdings wieder Ernüchterung breit. Der deutsche Leitindex brach ja massiv ein und konnte nicht einmal mehr die 12.000er-Marke am vergangenen Freitag verteidigen. Bitter, aber wahr. Unter dem Strich summiert sich damit das Minus seit dem Jahresanfang 2018 auf knapp acht Prozent. Vom Jahreshoch aus betrachtet liegt der Index bereits fast 13 Prozent im Minus. So schnell kann es gehen.

Schlechte langfristige Entwicklung

Naja, die Super-Bullen sind jetzt zumindest etwas „leiser“ geworden. Sie sollten auch wahrlich ruhig sein. Der deutsche Leitindex ist ja ein Performance-Index, in dessen Berechnung auch Dividenden und deren Wiederanlage mit einfließen. Es gibt den Dax aber auch als reinen Kursindex, bei dem die Dividendenzahlungen nicht berücksichtigt werden.

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Hier zählen allein die Kursänderungen bei den wichtigsten 30 deutschen Standardwerten. Ein reiner Blick auf den Kursindex, der aktuell bei gut 5.600 Punkten notiert, zeigt auf, wie ernüchternd die langfristige Kursentwicklung der deutschen Standardwerte war. Ob sie es glauben oder nicht: der Kursindex liegt aktuell immer noch deutlich unter dem Hoch aus dem Jahr 2000, das bei über 6.000 lag.

Volksaktie Telekom dümpelt vor sich hin

Viele werden sich sicherlich daran erinnern, dass damals vor dem Hintergrund des Internet-Hypes Aktien wie die Deutsche Telekom auf bis zu 100 Euro hochschossen. Und in der Euphorie konnte der deutsche Staat, genauer gesagt die Kreditanstalt für Wiederaufbau, im Juno 2000 sage und schreibe 200 Millionen Telekom-Aktien zu einem Mondpreis von 66,5 Euro überwiegend an Privatanleger platzieren. Von dem Niveau aus ging es mit der T-Aktie stetig bergab. Im Tief fiel die Aktie auf deutlich unter acht Euro. Momentan dümpelt sie unter 13 Euro vor sich hin.

Ja, liebe Leser, es ist wahrlich ein Mythos, dass Aktien langfristig nur steigen können. Wer etwa im Jahr 2000 am deutschen Markt bei den Versorgern, den Banken oder Versicherungen – um nur einige Branchen zu nennen –  eingestiegen ist und durchgehalten hat, der steht heute, im Jahr 2018, deutlich finanziell ärmer und reicher an negativer Erfahrung da. Selbst Standardwerte sind und bleiben hochriskante Geldanlagen, auch wenn die Super-Bullen permanent das Gegenteil behaupten. Bleiben Sie auf alle Fälle extrem vorsichtig!


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.