Deutscher Immobilienmarkt: Bundesbank warnt vor Preis-Übertreibungen

Die unheimliche Party am deutschen Immobilienmarkt bewegt mittlerweile selbst die Experten bei der Deutschen Bundesbank. Hier alles Weitere: (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Seit Jahren geht es wild zu am deutschen Immobilienmarkt. Insbesondere in den gefragten Lagen der Ballungszentren zehren die hohen Mieten an den Einkommen der Bürger.

Die Partei Bündnis 90/ Die Grünen fragte in dem Kontext in jüngster Vergangenheit beim Bundesbauministerium an – und das Ergebnis spricht im negativen Sinne für sich:

Fast 40% aller Haushalte, die zur Miete wohnen, müssen demnach mehr als 30% ihres Einkommens für die Miete ausgeben.

Und es kommt noch schlimmer: Mehr als jeder 6. Mieter-Hauhalt muss sogar mehr als 40% des Netto-Einkommens für die Brutto-Kaltmiete ausgeben.

Zahlen aus dem Jahr 2014

Das Bauministerium des Bundes in Berlin beruft sich dabei auf offizielle Zahlen aus dem Jahr 2014.

Es steht folglich zu befürchten, dass sich die Relationen weiter massiv verschlechtert haben und die Bürger noch mehr ausgeben müssen, um sich das schiere Wohnen leisten zu können.

Am Rande sei hier auch erwähnt, dass für viele Menschen angesichts dieses Wahnsinns der Traum von den eigenen 4 Wänden in sehr weite Ferne rückt – bitter, aber wahr.

Extremer Preis-Anstieg bei Wohnimmobilien

Das böse Treiben am Immobilienmarkt ruft mittlerweile selbst die biederen Bundesbanker auf den Plan.

Im Rahmen des jüngsten Finanzstabilitäts-Berichts lag der Risiko-Fokus neben der Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) auf der Entwicklung am deutschen Immobilienmarkt.

Grundsätzlich stellten die Ökonomen der Bundesbank fest, dass die Preise für Wohnimmobilien im Jahr 2016 um 6% gestiegen seien.

Sehr bedenklich stimmt weiter, dass allein im 1. Halbjahr 2017 die Preise um weitere 5,4% gestiegen seien.

Und jetzt kommen wir zu dem Punkt, an dem sich selbst die Aufseher der Bundesbank nicht mehr unbesorgt zurücklehnen können:

Die Bundesbank verweist dabei auf die eigenen Modellrechnungen.

Diese würden darauf hindeuten, dass es dabei besonders in den Städten der Republik zu Überbewertungen am Immobilienmarkt kommt.

Fazit

Ja, liebe Leser, die Bundesbank vermeldet amtlich, dass wir mittlerweile eine Überbewertung haben – das sagt doch schon alles…

Noch brisanter ist, dass die Ökonomen auch das Maß der Preis-Übertreibung beziffern. Demnach hätten sich die Übertreibungen im vergangenen Jahr auf 15 – 30% belaufen.

Keine Frage: Eine Übertreibung von bis zu 30% ist schon ein Wort! – Und das sagt niemand anderes als die Bundesbank.

Lassen Sie sich um Himmels willen nicht dazu verführen, jetzt noch irrsinnig überteuerte Immobilien-Investments in den teuren Ballungsregionen einzugehen!

Denn die Preise sind völlig überzogen – und das gilt flächendeckend in ganz Deutschland.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.