Henkel: Deutscher Konzern mischt Asien auf

Produkte von Henkel kennen wir alle. Auch in Asien wächst deren Bekanntheit. Das bietet Anlegern Chancen. Wie es heute um die Aktie steht. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Haben Sie ein Waschmittel, das sie seit jeher nutzen? Dann geht es Ihnen wie vielen anderen Deutschen auch. Wir sind Gewohnheitstiere und setzen gerade bei alltäglichen Produkten gerne auf bewährte Marken. Auch bei Kosmetika haben wir unsere Vorlieben. Unternehmen wie Henkel profitieren davon. Henkel AG & Co. KGaA ist ein weltweit führender Konsumgüterhersteller.

Auf dem traditionellen Gebiet der Waschmittel (Persil, Pril) ist Henkel in Europa genauso die Nr. 3 wie mit seiner Kosmetika-Sparte (Fa, Schwarzkopf). Bei Konsumentenklebstoffen (Patex, Pritt) ist der Konzern weltweit die Nr. 1. Im industriellen Bereich der Sparte Adhesive Technologies führt Henkel mit Konstruktionsklebstoffen und Oberflächenreinigungstechnik ebenso den Weltmarkt an.

Gute Zahlen, harte Konkurrenz

Henkel hat sich in den ersten 9 Monaten solide entwickelt. Alle relevanten Kennzahlen haben sich verbessert. Der Umsatz stieg um 9,3% auf 15,1 Mrd €. Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn um 7,3% auf 4,12 € pro Aktie. Allerdings hätten die Ergebnisse noch besser ausfallen können.

Henkel wird für das Gesamtjahr Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 200 bis 250 Mio € getätigt haben. Hinzu kommen Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von 700 bis 750 Mio €. Allerdings sind diese Investitionen dringend notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Konsumgütermarkt ist hart umkämpft.

Henkel mit guter Marktstellung in Asien

Henkel nimmt eine Vorreiterposition ein, möchte diese aber nicht verlieren. Besonders interessant ist die neue Partnerschaft zwischen der Konzerntochter Schwarzkopf und der Plastic Bank. Gemeinsam soll auf den hohen Plastikverbrauch und dessen Abfallwirtschaft hingewiesen werden. Es sollen neue Infrastrukturen entstehen, welche die Abfallwirtschaft verbessern und die Umwelt schützen.

Das Projekt konzentriert sich aktuell noch auf den Großraum Haiti, könnte aber langfristig flächendeckend ausgerollt werden. Für Henkel ist es nicht nur ein Umwelt-, sondern auch ein Imageprojekt. Die Entwicklungs- und Schwellenländer stellen für Henkel den zentralen Wachstumsmarkt der Zukunft dar. Während die Nachfrage in den Industriestaaten bereits Sättigungseffekte aufweist, können in den jungen Märkten noch hohe Wachstumsraten erzielt werden.

Warum wir trotzdem abwarten

Auf der Aktie lasten Sonderbelastungen. Aus diesem Grund sind wir allenfalls verhalten optimistisch. Die Marken sind überzeugend und auch die Zahlen stimmen. Hinzu kommt, dass Beiersdorf in Asien bereits gut positioniert ist. Doch das Timing für die Aktie stimmt aktuell nicht. Auch die Dividendenrendite von 1,5 Prozent überzeugt uns nicht wirklich. Die Aktie ist ein Kandidat für die Beobachtungsliste. Ein Kauf kommt aktuell nicht in Frage.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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